25 Jahre : Mit Kevyn kam der ASB nach Schwerin

Kevyn Schumann (l.) war das Ost-West-Baby. Rolf Stiehler machte ihn zum ASB-Jubiläum ausfindig, sehr zur Freude von Geschäftsführer Martin Siegert (r.).
Kevyn Schumann (l.) war das Ost-West-Baby. Rolf Stiehler machte ihn zum ASB-Jubiläum ausfindig, sehr zur Freude von Geschäftsführer Martin Siegert (r.).

Verein macht zu seinen silbernem Jubiläum einstiges Ost-West-Baby ausfindig

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25. September 2015, 16:00 Uhr

Dass er in der Wendezeit als Ost-West-Baby Schlagzeilen gemacht hatte, das weiß Kevyn Schumann. Doch dass mit ihm auch die Idee zur Gründung der Ortsgruppe des Arbeiter-Samariter-Bundes nach Schwerin kam, war dem 25-Jährigen bislang nicht bekannt. „Als Rolf Stiehler mir das erzählte, war ich schon ein bisschen überrascht, aber auch stolz“, sagt der junge Mann aus Friedrichsthal. Stiehler ist als Rettungsschwimmer im ASB-Kreisverband Schwerin-Parchim aktiv. Als der im September sein 25-jähriges Bestehen feierte, war Kevyns Geschichte in aller Munde, Zeitungsauszüge aus den Jahren 1989 und 1990 gingen von Hand zu Hand. Denn Kevyn war am 14. Dezember 1989 im Hamburg geboren worden – bei einem Kurzbesuch der Familie im Westen und ein bisschen zu früh. Seine Mutter musste das Baby im Krankenhaus lassen, weil zu Hause in Schwerin drei weitere Kinder betreut werden mussten.

Nach einem Weihnachtsbesuch gab es Anfang Januar die familiäre Wiedervereinigung. Und da spielte der ASB eine wichtige Rolle. Günter Arndt war damals im Hamburger ASB-Vorstand aktiv. Er brachte Kevyn nach Schwerin. Auf eine Bezahlung verzichtete der ASB.

Dennoch zahlte sich dieser Ausflug nach Mecklenburg aus. Denn Günter Arndt traf sich mit gleichgesinnten, sozial engagierten Menschen. Die Idee, eine ASB-Ortsgruppe aufzubauen, fiel auf fruchtbaren Boden und wurde schon im Februar 1990 vollzogen. Damals legten die Helfer mit der Beförderung von Kranken und Behinderten los. „Das gehört heute nicht mehr zu unseren Aufgabe“, erzählt Martin Siegert, Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes Schwerin-Parchim. Der kümmert sich derzeit um acht Kitas mit mehr als 500 Mädchen und Jungen, betreibt eine Frühförder-Beratungsstelle, unterhält einen ambulanten Pflegedienst für Senioren und Behinderte, ist in der Wasserrettung aktiv... „Und wir haben 3700 Mitglieder“, ergänzt Martin Siegert stolz.

Da könnte schon bald ein weiteres hinzukommen. Denn der ASB prüft, ob er Kevyn Schumann zu seinem Ehrenmitglied macht. „Schließlich ist Kevyn untrennbar mit unserer Gründungsgeschichte verbunden“, betont Rolf Stiehler. Ihm war es gelungen, den jungen Mann ausfindig zu machen. „Ich kannte zuerst zwar nur den Namen aus Zeitungsausschnitten.“ Doch nachdem die bürokratischen Hindernisse überwunden waren, half das Stadthaus bei der Kontaktaufnahme. Und gleich beim ersten Treffen in Friedrichsthal lief Rolf Stiehler offene Türen ein. Kevyn Schumann kann es sich gut vorstellen, sich im ASB zu engagieren. „Ich habe schon mal in einem Jugendclub mitgearbeitet“, erzählt der 25-Jährige, der eine kleine Rente bezieht. Denn leider war seine Geburt nicht nur schlagzeilenträchtig, sondern auch mit Komplikationen verbunden. Kevyn muss mit Beeinträchtigungen leben. „Wir werden aber bestimmt etwas Passenden finden, wo sich Kevyn einbringen kann“, ist Siegert überzeugt.

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