Schwerin : Mit flinken Beinen unterwegs

Mit schwarzen Handschuhen nimmt Phillip Tucholski seine Spinnen auf die Hand. Das kommt aber eher selten vor, denn Spinnen sind eben keine Kuscheltiere, sondern Wildtiere.
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Mit schwarzen Handschuhen nimmt Phillip Tucholski seine Spinnen auf die Hand. Das kommt aber eher selten vor, denn Spinnen sind eben keine Kuscheltiere, sondern Wildtiere.

Exotische Haustiere – heute: Mit ihrem rot-schwarzen Outfit ist Vogelspinne Chantal flott unterwegs

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26. Mai 2019, 05:00 Uhr

Ob Chinchilla, Waran, Schlange oder Schnecke: Außergewöhnliche Haustiere gibt es so einige in Schwerin und Umgebung. In dieser Woche stellt die SVZ die Halter samt Exot vor. Heute: Phillip Tucholski und seine 15 Vogelspinnen.

Mit flinken Schritten ist Chantal an der Schulter von Phillip Tucholski angekommen. Fast wie ein Vogel hält sie dort inne und verhält sich ruhig. Chantal trägt schwarzes Beinkleid mit roter Färbung an den Knien. Daher auch der Name der flotten Dame: Rotknie-Vogelspinne. „Ich habe seit anderthalb Jahren Spinnen. Eigentlich habe ich keine besonderen Namen für die Tiere, aber das Weibchen, das ich am längsten habe, nenne ich einfach Chantal“, sagt der 27-jährige.

Der Schweriner nimmt die Spinnen eher selten raus. „Es sind eben keine Kuscheltiere, sondern Wildtiere. So muss man sie auch behandeln“, sagt Phillip Tucholski. Von den mittlerweile 15 Spinnen, die er bei sich zu Hause hat, sind nicht alle ausgewachsen. Spiderlinge werden die Jungtiere genannt, die nicht viel größer sind als die schwarzen Kellerspinnen, die man aus heimischen Gefilden kennt.

„Eigentlich sind Vogelspinnen friedlich. Angst haben muss man nicht“, sagt Tucholski. Wenn sie schlechte Laune haben, dann zeigen sie das auch an. Entweder stellen sie die Beine hoch, dann wisse man schon Bescheid, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen. Wenn sie dann „angreifen“, dann feuern sie entweder ihre Brennhaare ab oder sie beißen. „Gebissen wurde ich noch nie. Aber die Brennhaare habe ich schon mal abbekommen. Das fühlt sich etwas intensiver an als wenn man gegen Brennnesseln kommt“, sagt der Mann, der in der Altenpflege arbeitet. Der Biss sei ähnlich wie von einer Wespe oder Biene.

Die Vogelspinnen bezieht Phillip Tucholski aus der Tierhandlung. Die 15 Terrarien sind für ihn kein Problem in der Haltung. Aber der junge Mann verweist darauf, dass man die Haltung auch manchmal mit dem Vermieter absprechen müsse, denn nicht alle sehen die Spinnen als normale Haustiere an.

Chantal hat sich wieder einfangen lassen. Nun schreitet sie galant von der kleinen Plastikschale in ihr angestammtes Terrarium. Das hat sie für sich allein, denn Vogelspinnen sind Einzelgänger. In einer „Wohngruppe“ würden sie sich irgendwann gegenseitig auffressen. Bei guter Haltung können Vogelspinnen je nach Art rund 25 Jahre alt werden. „In der freien Wildbahn kann die Lebensdauer kürzer sein“, sagt Phillip Tucholski und schließt das Terrarium wieder.

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