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Wilfried Mach zählt für den Nabu Wintervögel : Mit dem Specht auf Du und Du

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wilfried Mach aus Dümmer leistet gleich am Jahresbeginn eine gute Tat für den Naturschutz: Er zählt die Vögel in seinem Garten

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2014 | 23:34 Uhr

„Das ist ein Specht.“ Wilfried Mach erkennt den Vogel auf mehrere hundert Meter Entfernung – am Flugverhalten. „Der Specht unterbricht seinen Flug, flattert, fliegt auf und ab, beschreibt eine Parabel“, erklärt der 56-jährige Hobby-Ornithologe aus Dümmer. Seit seiner Jugend hat Mach ein Faible für Vögel, angeregt durch sein Elternhaus. Und so ist es auch kein Wunder, dass er sich an der großen Winterzählung der gefiederten Freunde beteiligt, zu der der Nabu aufgerufen hat. „Das ist mein Beitrag zum Naturschutz“, betont Mach, der als Medizin-Techniker in einem Schweriner Krankenhaus arbeitet.

Eine Stunde lang wird er sich am kommenden Wochenende mit dem Fernglas auf die Lauer legen und registrieren, was in seinem Garten flattert und fliegt. Spechte, Rotkehlchen, Amseln und Zaunkönige werden dabei sein, aber auch Wacholderdrosseln und Dompfaffen. „Die Krönung sind für mich jedoch die Kraniche“, sagt Wilfried Mach. An den Tieren, die im Grambower Moor übernachten würden, fasziniere ihn ihr Flugbild, ihr stolzer Gang und ihr unverkennbarer Ruf.

Via Internet sendet Wilfried Mach, an dessen Briefkasten auch das Schild „Schwalbenfreund“ angebracht ist, seine Zählergebnisse an den Nabu. Und bei richtigem Winterwetter braucht der 56-Jährige auch für die Zählung gar nicht vor die Tür zu gehen, sondern nur aus dem Küchenfenster zu schauen, von wo aus er einen prima Blick auf die beiden Vogelhäuschen hat, die auf seiner hölzernen Veranda stehen. „Wenn der erste Schnee gefallen ist, herrscht an den Häusern reger Betrieb“, erzählt der Experte.

6000 Quadratmeter groß ist das Grundstück im Ortsteil Dümmerstück Hof, das Wilfried Mach bewirtschaftet. Auf dem naturbelassenen Gelände mit Wiesen und Baumgruppen fühlen sich nicht nur Vögel, sondern auch Maulwürfe, Füchse und Rehe wohl. „Ich liebe das Leben im Grünen“, sagte der 56-Jähriger. „Als ich noch in der Stadt wohnte, musste ich lange mit dem Auto fahren, um in der Natur zu sein, heute brauche ich nur vor die Haustür zu gehen.“

Und so hat sich Wilfried Mach neben der Vogelzählung noch ein weiteres Umweltprojekt auf die Fahnen geschrieben. Er möchte dabei helfen, die Biber-Vorkommen in der Region zu kartieren. „Wenn man etwas für den Naturschutz tun will, benötigt man eine verlässliche Datengrundlage“, erklärt er. Deshalb werde er sich im neuen Jahr auf den Weg machen, um etwa Flussläufe und den Dümmer See nach dem Biber abzusuchen.

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