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Kreative Schwerinerinnen : Mit dem Filzstift gegen Alkohol

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kunstwettbewerb „Bunt statt Blau“: Paula Zimny und Stella Becker von der Ecolea-Schule holen Landessieg und zweiten Platz

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Die Aula der Ecolea-Schule ist gut gefüllt, als Sozialministerin Stefanie Drese zu reden beginnt. „Es ist nicht cool, betrunken zu sein. Cooler ist es, mal Nein zu sagen“, sagt die Ministerin. Nein zum Alkohol, das sagen die Schüler der Ecolea-Schule. „Für euer künstlerisches Engagement gegen Alkohol möchte ich euch auszuzeichnen“, sagt die Ministerin. Euch, das sind insbesondere Paula Zimny und Stella Becker. Die beiden Siebtklässlerinnen nahmen – ebenso wie ihre Klassenkameraden – am Wettbewerb „Bunt statt Blau“ der DAK-Gesundheit teil. Mit Erfolg: Das Duo Zimny/Becker holte nicht nur den Landessieg in Mecklenburg-Vorpommern, sondern wurden sogar Zweiter auf Bundesebene von 7000 Teilnehmern.

Das Motiv, das den beiden Nachwuchskünstlerinnen zu bundesweiter Anerkennung verholfen hat, ein Balanceakt auf einem Cocktailglas, entstand nicht sofort. „Am Anfang wollten wir erst ein Glas und eine Leiter symbolisieren. Doch dann haben wir uns für den Balanceakt entschieden, da er noch besser zum Thema passt“, erzählt Paula. Die Perspektive von schräg oben sei ein Tipp ihrer Kunstlehrerin Annegret Ochsenreiter gewesen, ergänzt Stella.

Eine Entscheidung, die sich als richtig herausstellen sollte. „Eine brillante Idee. Und ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen das Komasaufen der Jugendlichen“, lobt Drese in ihrer Rede das Plakat von Paula und Stella. Ein Kampf, der notwendig scheint: Im vergangenen Jahr mussten 317 Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern ins Krankenhaus eingeliefert werden – Diagnose Alkoholmissbrauch. „Die Siegerplakate der Jugendlichen rücken sehr drastisch die Risiken des Rauschtrinkens in den Fokus“, sagt Andreas Storm von der DAK-Gesundheit. „Es ist beeindruckend, welche Kreativität und Kraft die Worte bunt statt blau bei den Schülern auslösen.“

Direkten Kontakt mit Alkohol hatten Paula und Stella noch nicht. „Wir haben beide noch nicht getrunken. Wir sind ja aber auch erst 13“, sagt Paula. Durch eine Sprachnachricht hätten sie aber schon bemerkt, wie der Alkohol Menschen verändern kann: „Einer unserer Kumpels wurde aufgenommen, als er betrunken war. Und er hat sich echt komisch angehört. Das war schon wirklich traurig, wie anders er auf einmal war“, erzählt Stella.

Die Preisgelder für die Erfolge – 300 Euro für den MV-Landessieg und 400 Euro für den zweiten Platz auf Bundesebene – spielen für die beiden keine so große Rolle. „Viel interessanter war unser Besuch im Bundesgesundheitsministerium“, sagt Stella. Bei der Ehrung in Berlin hätten sie auch die Preisträger aus den anderen Bundesländern getroffen. „Und mit der Instagram-Preisträgerin haben wir uns auch unterhalten“, erzählt Stella. Für das soziale Netzwerk hatte es einen einen Sonderpreis gegeben, erklärt DAK-Pressesprecher Sönke Krohn.

Für die Siegerplakate geht es nach der Preisverleihung jetzt auf große Reise durch die Republik: Neben Ausstellungen in vielen Schulen und Landtagen finden die Anti-Alkohol-Werke auch in den Bundesministerien für eine gewisse Zeit ihre Heimat. „Das macht uns schon stolz, dass man unser Plakat bald in ganz Deutschland sehen kann“, sagen die beiden.

Gemäß dem Motto „Nach dem Erfolg ist vor dem Erfolg“ wollen die zwei Mädchen weiter künstlerisch aktiv sein und an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen. Das Thema ist dabei relativ egal. „Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft im Kunstunterricht an solchen Projekten teilnehmen. Gewinnen ist zweitrangig, es geht viel mehr um den Spaß“, sagt Stella. Natürlich sei es toll, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, doch auch die Plakate ihrer Mitschüler seien wirklich gut gewesen, so Paula.

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