Schwerin : Mit dem Bus-Fahrschein Taxi fahren

<strong>Schwerins Taxis stehen bereit: </strong> Laut Genossenschaft würden die Fahrer am Wochenende gerne        Touren der Nahverkehrsbusse ins Umland  übernehmen. <foto>Klawitter</foto>
Schwerins Taxis stehen bereit: Laut Genossenschaft würden die Fahrer am Wochenende gerne Touren der Nahverkehrsbusse ins Umland übernehmen. Klawitter

Taxi statt Bus: Aus Sicht der Schweriner Taxifahrer ist die Idee super: Weil am Wochenende nur wenige Fahrgäste auf den Buslinien an den Stadtrand oder ins Umland unterwegs sind, könnten auch Taxis die Touren übernehmen.

svz.de von
02. Juli 2012, 06:02 Uhr

Schwerin | Taxi statt Bus: Aus Sicht der Schweriner Taxigenossenschaft ist diese Idee super: Weil am Wochenende nur wenige Fahrgäste auf den Buslinien an den Stadtrand oder ins Umland un terwegs seien, könnten auch Taxis die Touren übernehmen, sagt der Vorsitzende der Schweriner Taxigenossenschaft, Reinhard Willke. Denkbar sei ein solches Angebot aus seiner Sicht auf den Strecken nach Raben Steinfeld/Pinnow, Stern Buchholz, Seehof/Lübstorf oder Görries. "Die Kunden müssten sich einfach 45 Minu ten vor Abfahrt melden", erklärt Willke. Andere Städte hätten mit eine m Anruf-Sammeltaxi schon gute Erfa hrungen gemacht, und auch in Schwerin habe es bereits entsprechende Gespräche zwischen Genossenschaft und Nahverkehr gegeben. Das Projekt sei jedo ch vorerst "auf Eis geleg t", be dauert Willke .

Nahverkehrs-Geschäftsführer Norbert Klatt weist die versteckte Kritik zurüc k. "Das Projekt Anruf -Sammeltaxi rechnet sich für uns aber nicht", sagt er. So solle der Nahver kehr nach den Vorstellu ngen der Taxi-Genossenschaft bei der Abrech nung den regulären Taxi-Tarif zugrunde legen. Im Klartext: Der Fahrgast, der ein Taxi bestellt, zahlt zwar nur den nor male n Fahrsch ein-Preis, der Nahverkehr packt aber obendra uf, was eine herkömmliche Tour mit dem Taxi zwischen Start und Ziel kostet.

Es gäbe aber neben der Finanzierung und Fragen der konkreten technischen Umsetzung auch noch andere Probleme, er läuter t Klatt. Eine detaillierte Untersuchung der Fahrgastzahlen habe ergeben, dass der Einsatz eines Anruf Sammeltaxis überhaupt nur auf den Buslinien 5 (Hauptbahnhof-Görries) und 9 (Stauffenbergstraße-Stern Buchholz) in Frage komme. "Auf den anderen Linien sind auch am Wochenende mehr Menschen unterwegs, als ohne weiteres mit einem Taxi transportiert werden könnten ", so der Nahverkehrs-Chef.

Selbst wenn auf den Linien 5 und 9 am Wochenende wirklich Taxis eingesetzt würden, blieben die Einsparmöglich keiten gering, rechnet Klatt vor. "Die Linie 5 ist fahrplanmäßig mit der Linie 6 nach Raben Steinfeld/Pinnow und die Linie 9 mit den Linien 7 und 8 nach Krebsförden und Lübstorf ver bunden." Die Busfahrer würden also auf jeden Fall benötigt, so der Nahverkehrs-Chef. Würden Taxis die Touren auf den Linien 5 und 9 übernehmen, könnten die Fahrer lediglich eine kleine Pause einlegen.

Taxi-Genossenschafts-Chef Willke setzt darauf, dass der Nahverkehr den Gesprächsfaden wieder aufnimmt. "Von einem Anruf-Sammeltaxi profitieren im Prinzip alle alle Seiten", betont er. Schon vor drei Jahren habe er deshalb die Idee ins Gespräch gebracht, sei bei den umlie genden Landkreisen, aber auch bei der Stadt auf offene Ohren gestoßen.

Einen Verhandlungsspielraum bei der Finanzierung des Angebotes gäbe es al lerdings nicht, unterstreicht Willke. "Wir müssen den normalen Taxi-Tarif nehmen, sonst macht es für uns keinen Sinn."

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