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Oldtimer-Technik beim Pflügerwettbewerb : Mit altem Trecker zum Schaupflügen

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Tommy Henning ist angehender Landwirt und kennt sich sowohl mit alten Treckern als auch mit modernsten landwirtschaftlichen Zugmaschinen aus. Der junge Mann hat sich nun zum Pflügerwettbewerb in Flessenow angemeldet.

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erstellt am 09.Apr.2013 | 10:45 Uhr

Neu Schlagsdorf | Er kennt sich sowohl mit alten Treckern wie Deutz und Famulus als auch mit modernsten landwirtschaftlichen Zugmaschinen, etwa den Traktoren des Herstellers John Deere, aus: Tommy Henning. Er ist angehender Landwirt, absolviert derzeit sein drittes Lehrjahr auf dem Gut Liessow. "Ich habe schon Traktoren mit 250 bzw. 350 PS gefahren", erzählt der 21-Jährige aus Neu Schlagsdorf. "Das sind schon Schwergewichte." Auch mit modernsten Mähdreschern kennt er sich aus.

Der junge Mann hat sich zum Pflügerwettbewerb der Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg am 13. April in Flessenow angemeldet. Ausrichter des Leistungsvergleichs ist der Bauernverband Parchim. Rund 15 Teilnehmer wollen wetteifern. Im Vorjahr, so erzählt Tommy Henning, habe er den Ausscheid auf dem Acker bei Sülte verfolgt. Diesmal will er selbst auf dem Traktor sitzen und sein Können beim Pflügen zeigen. "Für Technik habe ich mich schon immer interessiert. Und jetzt mal zu schauen, was man kann und wo man steht, das hat mich motiviert, mitzumachen."

Das Angebot, vor dem eigentlichen Wettbewerb schon mal ein paar Runden auf einem Acker am Austragungsort zu drehen, nimmt er an. Am morgigen Mittwoch können die Teilnehmer des Pflügerwettbewerbs einige Proberunden fahren. Bevor es an den Start geht, will er sich die Technik noch einmal genau anschauen. Die Pflugschare müssen alle in Ordnung sein, nur so sei ein einheitliches Pflugbild möglich. Und einen Zollstock werde er auch einstecken, geht es doch darum, eine vorgegebene Pflugtiefe zu erreichen. Dass sich Tommy Henning so für Technik und Landwirtschaft begeistern kann, lässt sich leicht erklären. Sein Vater Silvio Henning hat vor der Wende als Landwirt in der LPG Pflanzenproduktion Leezen gearbeitet, 1992 wechselte er zum Gut Liessow, in dem nun auch sein Sohn die Ausbildung zum Landwirt absolviert. Da bleibt es nicht aus, dass die Beiden gemeinsam auf den Feldern des Gutes unterwegs sind. In den letzten Tagen allerdings war es etwas ruhig. Das Wetter spielte für die anstehenden Arbeiten nicht mit. "Mit dem Düngerstreuen sind wir knapp drei Wochen in Verzug", sagt Tommy Henning. "Aber die Natur kann, was die Vegetation betrifft, schnell wieder aufholen." Jetzt bringt er Gülle auf die Felder aus.

Noch etwas teilen Vater und Sohn: Ihr Interesse an alten Fahrzeugen. Die Familie besitzt einen Deutz aus dem Jahre 1955. "Den habe ich im Tausch gegen einen Belarus MTS 50 bekommen", erinnert Silvio Henning. Der Trecker stand beim Vorbesitzer draußen, war schon halbwegs eingewachsen. Ein Jahr lang haben Hennings gebraucht, bis die Maschine wieder fahrbereit war. Fehlende Ersatzteile haben sie sich von Händlern besorgt. Ähnlich sieht es beim Famulus aus, den Silvio Henning als Tauschobjekt gegen seinen RS 14-36 bekommen hat. Der Famulus wurde 1960er Jahre gebaut. Auch hier haben Vater und Sohn lange gebastelt und geschraubt. Jetzt fährt er wieder - fast.

Denn noch müsse die Motorhaube erneuert und lackiert werden, erzählt Tommy Henning. Beide Traktoren kommen auch zum Einsatz, etwa bei der Heuernte. Mit dem Famulus pflügen Hennings zudem Gartenflächen um, auch für Bekannte im Dorf. Weil sich Silvio Henning und sein Sohn Tommy für historische Fahrzeuge interessieren, traten sie dem Verein Oldtimerfreunde Neu Schlagsdorf bei. Die Vereinsmitglieder treffen sich regelmäßig, bauen gemeinsam einen alten Mähdrescher vom Typ E 175 Patriot auf und pflegen ihre alte Technik. Auch Tommys Bruder Steffen ist dabei. Der 25-Jährige ist Lagerist, begeistert sich ebenso wie sein Vater und Bruder für alte Technik. Steffen Henning ist es, der den Famulus beim Schaupflügen am 13. April fahren wird. Auch andere Oldtimerfreunde des Vereins treten mit ihren Schmuckstücken zum Schaupflügen an, so Lothar Ziemann aus Flessenow.


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