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Wie teuer ist das Adventsvergügen für eine junge Familie? : Mit 50 Euro auf den Weihnachtsmarkt

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Oscar und Charlie steht die Vorfreude ins Gesicht geschrieben: Sie dürfen mit Mama und unserer Zeitung den Schweriner Weihnachtsmarkt besuchen. Die fünfeinhalb- und der dreieinhalbjährigen Jungs sind gut vorbereitet.

svz.de von
erstellt am 27.Nov.2011 | 05:41 Uhr

Altstadt | Oscar und Charlie steht die Vorfreude ins Gesicht geschrieben: Sie dürfen mit Mama und der SVZ den Schweriner Weihnachtsmarkt besuchen. Die fünfeinhalb- und der dreieinhalb Jahre alten Jungs haben sich gut vorbereitet: Sie sind mit Anorack und Pullover, Mütze, Schal und Winterschuhen perfekt für den Bummel gerüstet und nun sehr gespannt, welche Wünsche ihnen erfüllt werden können.

"Wir sind in diesem Jahr noch nicht auf dem Weihnachtsmarkt gewesen, obwohl er jetzt schon sechs Tage geöffnet ist. Denn so ein Besuch ist teuer. Das kann ich mir so zwischendurch mal einfach nicht leisten", sagt die alleinerziehende Mutter. Deshalb hat sich Katja Volkmann gern bereit erklärt, für die SVZ zu testen, wie teuer ein Weihnachtsmarktbummel in Schwerin wirklich ist. 50 Euro stehen ihr dafür zur Verfügung.

Los geht es am Südufer, denn Riesenrad muss sein. Doch zuvor fällt den Jungs der Luftballonverkäufer auf. "Mama, dürfen wir?" Ja, heute dürfen sie. sechs Euro kostet der Spiderman, den Oscar unbedingt haben möchte, sieben Euro das Lichtschwert für Charlie. Mama hat inzwischen die Karten für das Riesenrad besorgt: Drei Euro kostet es für die Mutter, 2,50 für die Kinder. Macht acht Euro. Die Ausgabe hat sich gelohnt: "Das war schön, ganz toll", schwärmt Oscar. "Und Angst hatte ich auch nicht", ergänzt der Fünfjährige stolz. "Ich auch nicht", fügt sein kleiner Bruder an, "nur Mama hatte Angst." Alle lachen.

Aus luftiger Höhe hatten die Jungs die Eisbahn und auch ein Kinderkarussell entdeckt. Das ist ihr nächstes Ziel. Aber schon vorher bleiben sie an der Losbude stehen. "Mama?" lautet die kurze, aber nachdrückliche Frage von Charlie. Katja Volkmann nickt. Heute geht alles. Sie kauft für zwei Euro insgesamt zehn Lose. Jedes Kind darf fünf ziehen und auch selbst öffnen. Die Spannung knistert, die Jungen jubeln: Charlie hat zwölf Punkte, Oscar zehn. Sie wählen ein Schwert sowie eine Metallkette und stürmen dann zum Kinderkarussell. Während die Mutter zwei Karten kauft, suchen sich die Kinder ihr Lieblingsfahrzeug aus: ein Polizeiauto. Zwei Euro kostet eine Fahrt, macht vier Euro.

Mama schluckt und resümiert: Die Familie ist erst eine halbe Stunde auf dem Weihnachtsmarkt und schon sind 27 Euro weg. Deshalb geht der Bummel nicht durch die verführerische Mecklenburgstraße, sondern gezielt zum Markt. Die Kinder lieben Musik und auf der Bühne gibt es gewiss ein kleines Programm. Zwei kandierte Äpfel für die Kinder und ein Schokoapfel für Mama sind Wegzehrung für insgesamt fünf Euro. Oscar und Charlie hören der Feuerwehrkapelle aufmerksam zu, sehen dann aber, wie andere Besucher Mutzen essen. Mama muss los. Sie bringt eine mittelgroße Tüte, Kostenpunkt drei Euro, zwei Apfelsaft und einen Glühwein für je zwei Euro. "Mir ist kalt", erklärt die junge Frau. Die Pause tut gut. "Es ist ziemlich laut und durch die vielen Leute auch hektisch", sagt Katja Volkmann.

Mittlerweile ist die Kasse auf neun Euro geschrumpft. Die Jungs wollen wollen aber gern nochmal Karussell fahren. Auf dem Markt kostet die Fahrt nur 1,50 Euro, da darf jeder zweimal fahren. "Das war schön", sagt Charlie glücklich. Oskar ergänzt: "Ein super Tag. Aber am besten war das Losen." Für die letzten drei Euro kauft Katja Volkmann noch eine Tüte Mutzen für den Heimweg. Ihr Resümee: Ein Weihnachtsmarktbummel ist schön, für eine Familie aber auch reichlich teuer.

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