zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 10:51 Uhr

Brüsewitz : Mist-Problem: Warnitzern stinkts

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Frühjahr bringen die Bauern in der Region den Dung aus – einige Einwohner finden Einsatz von Gülle und Mist nicht dufte

von
erstellt am 26.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Wenn sich in diesen Tagen in so mancher ländlichen Region ein unangenehmer Duft ausbreitet, dann sehen einige Anwohner zuweilen rot – greifen zum Telefonhörer und beschweren sich. Polizei, Umweltbehörden und auch Landwirten ist das nicht neu.

Auch Uwe Krause kennt die jährlichen Beschwerden. „Aber wenn wir Mist ausbringen, dann können wir auch auf Chemie verzichten“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Brüsewitzer
Agrargenossenschaft. „Wer einen Garten hat, weiß wie wichtig und auch gut Mist ist. Und dass der nicht gut riecht, ist auch klar“, sagt Krause. Für die Einarbeitung des Natur-Düngers gebe es keine Vorschriften. „Wir als Landwirte haben aber ein großes Interesse daran, dass das so schnell wie möglich passiert“, sagt der Bauer mit dem Zusatz: „Aber wir können nicht zaubern, das dauert seine Zeit.“ Ein Mitarbeiter bringe den Mist aus, ein anderer fahre mit dem Pflug hinterher, um den Dung einzuarbeiten. Vier Tage habe es diesmal in Warnitz in Anspruch genommen.

Einigen Warnitzern dauerte das jüngst aber zu lange. Sie beschwerten sich am Lesertelefon der SVZ. „Seit zwei Tagen haben wir diesen permanenten Geruch. Ein Teil ist eingearbeitet, aber auf der anderen Seite liegt der Mist noch oben auf“, wettert eine Leserin am Telefon. Ihren Namen möchte sie nicht sagen. Nur noch so viel: „Erst wird der Acker totgespritzt und dann dieser Mist-Geruch. Das ist doch furchtbar.“

Uwe Krause weiß, dass der Geruch nicht der beste ist. Halte sich aber an Gesetze und Verordnungen. Denn anders als bei der Gülle gibt es bei Mist keine Vorschriften zur Einarbeitung in den Boden. Bei der Gülle gibt es jedoch genaue Vorgaben: „Um die Ausgasung von Stickstoff und damit die Nährstoffverluste einzuschränken, schreibt der Gesetzgeber vor, dass Gülle, flüssige Gärreste und Hühnertrockenkot auf nicht mit Kulturpflanzen bewachsenen Flächen spätestens vier Stunden nach dem Ausbringen in den Boden eingearbeitet sein müssen“, sagt Danilo Vitense, Sprecher des Landesbauernverbandes. Und da werde als „Nebeneffekt der schnellen Einarbeitung“ die Geruchsbelästigung stark reduziert. Auch Krause kennt diese Vorschriften.

„Wir arbeiten innerhalb der zulässigen Möglichkeiten, halten uns an die fachliche Praxis und ernten trotzdem immer wieder starke Kritik. Wir machen unsere Arbeit und das mit zugelassenen Mitteln“, betont der Landwirt, angesprochen auf den Vorwurf des „Totspritzens“ der Warnitzerin. Bei den Arbeiten vor dem Ausbringen des Mistes handelte es sich, laut Landwirt Krause, um Herbizide. „Wir bekämpfen die Unkräuter und sparen uns mit diesem einen Schritt die sonst drei bis vier Einsätze im späteren Bestand“, sagt der Landwirt. Uwe Krause kennt die Vorwürfe der Kritiker gegenüber konventioneller Landwirtschaft. „Es ist nur schade, dass uns keiner direkt anspricht. Ich kann erklären, was ich mache und warum“, Krause.

Die Warnitzerin will nun andere Wege suchen, um gegen den Geruch und Herbizid-Einsatz vor ihrer Haustür vorzugehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen