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Schweriner Bootsbesitzer sind ratlos : Mist der großen Raubmöwen wirkt ätzend

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Die bis zu zwei Kilogramm schweren Raubmöwen sind eigentlich am Meer zu Hause. Doch jetzt sorgen sie auch am Schweriner See für großen Unmut. Ihr Kot verätzt den teuren Lack der Boote.

svz.de von
erstellt am 12.Jun.2013 | 06:31 Uhr

Werdervorstadt | Wo Wasser ist, sind auch Möwen. Am Schweriner See waren das bislang vor allem die allbekannten Lachmöwen. Die hübschen, schlanken Vögel mit dem leuchtend weißen Gefieder sind geschickte Flieger und normalerweise eher scheu und kommen höchstens an regelmäßigen Futterstellen nah an die Menschen heran. So haben denn auch die 5600 Bootsbesitzer am Schweriner See bisher keinen Streit mit diesen Wasservögeln gehabt. Doch die Situation hat sich geändert: Der lange Winter hat große Raubmöwen, die eigentlich am Meer zu Hause sind, bis in die Landeshauptstadt fliegen lassen. Hier haben die riesigen Vögel, die größer als ein Mäusebussard sind und Flügelspannweiten von mehr als eineinhalb Metern erreichen, die Boote im Stadthafen am Beutel mit ihrer stabilen Takelage als idealen Rastplatz für sich entdeckt.

Und dabei machen die bis zu zwei Kilogramm schweren Tiere auch Mist. Zu viel Mist, wie die Bootsbesitzer meinen, die dort ihre Wasserfahrzeuge festgemacht haben. Denn Möwenkot wirkt, wie Vogelkot ganz allgemein, ätzend auf lackierten Oberflächen. Und da die Boote, anders als Autos, in der Regel nicht täglich in Augenschein genommen werden, kann der zerstörerische Mist dort oft lange auf die Oberflächen einwirken und Schäden verursachen.

"Diese Beschwerden der Bootsbesitzer über die Möwen im Stadthafen am Beutel sind ein ganz neues Problem, das in diesem Jahr erstmals an die Landeshauptstadt herangetragen wurde", sagt Ordnungsdezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. "Es gibt kein Patentrezept dafür. Deshalb müssen wir das Problem zunächst genauer beobachten und dann gemeinsam nach einer Lösung suchen", so der Dezernent.

Die kommt möglicherweise von ganz allein. "Zunächst einmal zur Ausgangsposition: Die Möwen stehen unter Artenschutz, man kann sie also nicht einfach abschießen", erläutert Dr. Hauke Behr von der Unteren Naturschutzbehörde. "Und dann stellen sie nach unseren Beobachtungen in Schwerin kein ernsthaftes Problem dar. Denn im Vergleich zu den Hafenstädten an der Ostsee sind die allgemein unter der Bezeichnung Raubmöwen zusammengefassten großen Silber- und Mantelmöwen hier eher selten", berichtet Dr. Behr. Die am Schweriner See gesichteten großen, grimmig anmutenden Tiere im graubraunen gesprenkelten Federkleid seien halbwüchsige, vagabundierende Möwen im ersten oder zweiten Lebensjahr, die sich im Sommer wieder ans Meer zurückziehen.

Und in der Tat: Mit zunehmenden Temperaturen werden sie in Schwerin immer seltener. Außerdem mögen sie die Bewegung nicht, die jetzt durch den regen Bootsverkehr im Hafen herrscht und lassen sich dort zur Freude der Bootsbesitzer - und des Dezernenten - kaum noch sehen.

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