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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 17:52 Uhr

Wismarer Pilzfreunde : Missmut wegen Suche bei Nacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pilzfreunde aus Wismar wollten Nachtwanderung durch den Bülower Wald anbieten, Forstamt in Gädebehn sieht das kritisch

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Das Wetter ist derzeit vielleicht nicht nach jedermanns Geschmack, denn der viele Regen betrübt das eine oder andere Gemüt. Doch eine Personengruppe dürfte sich über das derzeitige feuchte, aber dennoch warme Klima freuen: Pilzsammler. Ein Freund dieser naturnahen Beschäftigung ist Reinhold Krakow.

Der Pilz-Sachverständige gehört zur Interessengruppe der Pilzfreunde in der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar. Im September 2004 gründete sich die Gruppe der Pilzfreunde. Sie befassen sich mit volkstümlicher Pilzkunde, Aufklärung über die ökologische Bedeutung der Pilze, setzen sich für Umweltschutz und Pilzkunde ein. Immer wieder organisieren sie öffentliche Pilzlehrwanderungen. Das besondere, es gibt nicht nur Wanderungen am Tag, sondern auch in der Nacht. Eine dieser nächtlichen Ausflüge ist nun gestrichen worden und sorgt für Unverständnis auf beiden Seiten: zwischen dem Forstamt Gädebehn und den Pilzfreunden. „In diesem Jahr wollten wir unsere Wanderungen durch den Bülower Wald beim Forstamt in Gädebehn anmelden. Normalerweise gibt es damit keine Probleme bei den zuständigen Forstämtern, aber das Forstamt in Gädebehn hat uns keine Genehmigung erteilt“, berichtet Reinhold Krakow. Bei Nichtbefolgen drohe ein Bußgeld von bis zu 7500 Euro. Krakow kann das Vorgehen nicht nachvollziehen, seit sechs Jahren macht die Gruppe immer wieder solche Wanderungen bei Nacht, Probleme habe es noch nie gegeben.

Gädebehner Forstamtsleiter Ingo Nadler, bei dem der Antrag auf dem Tisch gelandet ist, begründet die Ablehnung folgendermaßen: „Ich habe nichts dagegen, wenn die Gruppe tagsüber durch den Wald geht. Aber in der Nacht gibt es keinen vernünftigen Grund, weshalb es dann besser ist, Pilze zu suchen.“ Er verweist darauf, dass die nächtliche Pilzsuche die Lebensgemeinschaft Wald und die Waldbewirtschaftung stören würde. Pilzfreund Reinhold Krakow sagt dazu: „Wir wandern nachts, weil das einen besonderen Reiz hat. Ich gehe die Strecke vorher ab, damit ich weiß, wo ich mit den Teilnehmern bewege.“ Die nächtlichen Wanderungen mit Stirn- und Taschenlampen seien bei den Pilzsuchern beliebt. Man wolle nichts „kaputt trampeln“, nur die Pilze suchen.

Eine Einigung in der Sache scheint nicht absehbar. Reinhold Krakow wird sich wahrscheinlich einen anderen Wald für seine geplante Wanderung am 25. August suchen. Auch eingeholte Informationen vom Landwirtschaftsministerium brachten keinen Erfolg für den Pilzfreund.

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