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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 07:47 Uhr

Missbrauchsfall in Schwerin eskaliert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtvertreter rügen mehrheitlich Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt

von
erstellt am 06.Apr.2016 | 19:11 Uhr

Öffentliche Missbilligung für Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) für ihr Handeln im Missbrauchs-Skandal der Landeshauptstadt: Die Wiedereinsetzung der Amtsleiterin für den Bereich Jugendhilfe stößt bei den Fraktionen von CDU, SPD, Unabhängigen Bürgern und B 90/Grüne auf Unverständnis und Protest. Sie war wegen des Umgangs des Amtes mit den Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Verein „Power for Kids“ von diesen Aufgaben entbunden worden. Gemeinsam haben die Fraktionen einen Antrag zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung eingebracht, der das Verhalten Gramkows missbilligt und sie zur besseren Zusammenarbeit auffordert. „Die einsame Entscheidung der Oberbürgermeisterin sorgt für viel Unmut. Der zeitweilige Ausschuss und der Jugendhilfeausschuss wurden nicht eingebunden“, heißt es von den Fraktionschefs. Die Amtsleiterin sollte ursprünglich bis zur Vorlage des Abschlussberichtes des Sonderausschusses zur Aufklärung des Umgangs des Jugendamtes mit den Missbrauchs-Fällen von dem Aufgabenbereich entbunden bleiben.

Kritisiert wird zudem, dass dem zeitweiligen Ausschuss von der Stadtverwaltung nicht alle Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Ein Protokoll des Gesprächs der Untersuchungsführerin mit dem Schulsozialarbeiter des Internationalen Bundes, dem die Kindesmissbrauchsfälle zuerst zur Kenntnis gebracht worden waren, sei auf Wunsch des IB aus der Akte entfernt worden und nun verschwunden.

Unterdessen wurden neue Vorwürfe zum Verein „Power for Kids“ bekannt. Wie Sonderausschussvorsitzender Sven Klinger gestern auf einer Sondersitzung bekannt gab, sei ein junger Mann telefonisch mit der Information an ihn herangetreten, er sei auch ein Opfer von sexuellem Missbrauch bei „Power for Kids“ gewesen und habe Belege, dass nicht nur der damalige Vereinschef Peter B. an den Übergriffen beteiligt gewesen sei. Dies habe er seinerzeit dem Schweriner Jugendamt anzeigen wollen, doch dort sei ihm nicht geglaubt worden. Nach Recherchen unserer Zeitung ist das angebliche Opfer Insasse einer Psychiatrie und gilt als wenig glaubwürdig. Klinger habe ihn gebeten, sich an die Opfer-Anwältin zu wenden. Eine Anzeige bei der Polizei sei seines Wissens noch nicht erfolgt, sagte Klinger.

Demnächst wird sich auch der Landtag mit dem Missbrauchs-Skandal beschäftigen. In einer Anhörung will der Sozialausschuss die Strukturen der Jugendhilfe in MV überprüfen.

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