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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. September 2017 | 19:21 Uhr

Hut ab! : Mirowerin klappert für die Störche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sabine Voß ist mit den großen Vögeln aufgewachsen, hatte mehrere Pärchen am Haus und betreut jetzt hunderte Horste in der Umgebung

von
erstellt am 02.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Fröhliches Storchenklappern ist für Sabine Voß wie eine Symphonie. Aus Kämpfen zwischen gefiederten Artgenossen hält sich die Mirowerin raus. Aber wenn es ums nackte Überleben geht, mischt sich die 51-Jährige ein und wirft schon mal stundenlang tote Fische in die Luft. „Um unsere Storchen-Mutti zum Fressen zu animieren“, sagt sie. Das Leben der Storchen-Regionalbetreuerin für Schwerin-Ost und den Großraum Crivitz ist seit ihrer Kindheit mit den großen Vögeln verwoben.

Als Mädchen hatten Störche in der Nähe ihres Elternhauses in Goldenstedt genistet. Später, als sie ihren heutigen Ehemann Hartmut traf, spielten Störche eine Rolle. 1985 zog sie nach Mirow und 1997 stellte ihr Ehemann ein Storchen-Rad auf ihrem Hof auf. „Natürlich haben wir beim Lung nachgefragt“, sagt Sabine Voß. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie ist ihr erster Ansprechpartner in Storchen-Fragen. Mittlerweile ist sie aber deutschlandweit vernetzt mit Fachleuten, Storchenbeauftragten und Horst-Betreuern. Im Jahr 2004 lebten noch 1143 Storchenpaare in MV, heute sind es nur noch um die 800. „Dieses Jahr wird wieder gezählt“, so Sabine Voß.

Ihr Telefon klingelt gerade im April und Mai häufig, wenn die ersten Störche in ihren Nestern ankommen. Um jeden Horst kümmert sich mindestens eine Familie und Sabine Voß um die Familien. Da geht es dann hoch her. Im vergangenen Jahr war sie so in einen Nachbarschaftsstreit verwickelt. „Dabei ging es um einen Storch“, sagt sie nur. Die Mirowerin steht auch schon mal zwei Stunden unter einem Nest und versucht, den Beinring eines Storches zu fotografieren und zu entziffern. „Als Storchenbeauftragte bin ich ja erst seit einem Jahr unterwegs, nachdem Peter Scholz aus Crivitz aus Altersgründen aufgehört hat“, erzählt sie. Aber schon damals tummelten sich Hortkinder aus Crivitz auf ihrem Grundstück, um Sabine Voß’ Störche zu beobachten. Das Nest ist heute leer. Sabine Voß wird aber nicht langweilig. Nebenbei war sie in der Freiwilligen Frauenfeuerwehr in Mirow, setzt sich für den Förderverein „Sprüttendörpschaft“ ein und schreibt für den „Lewitzer Kurier“ – alles ehrenamtlich. „Ich liebe das“, sagt sie und hofft, dass wieder eine Storchenfamilie bei ihr baut – „mietfrei und mit Ausblick auf unsere schöne Lewitz“.

 

Ob bei kranken Störchen, bei Problemen oder einfach bei Fachfragen hilft Sabine Voß. Die Regionalbetreuerin für Schwerin-Ost und den Großraum Crivitz hilft, wo sie kann. Mit Rat und Tat steht sie telefonisch unter 03861-300548 oder per E-Mail unter storchenvoss@arcor.de zur Verfügung.

 

 

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