Ausgefallenes Hobby : Mini-Motorrad ohne eine Schraube

Mit viel Liebe zum Detail hat  Klaus Schümann ein Kinder-Motorrad ganz aus Holz gefertigt. Das  Besondere: Es hat abnehmbare Schaukelfüße. Etwa 100 Einzelteile sind in dem Gefährt verarbeitet.
Mit viel Liebe zum Detail hat Klaus Schümann ein Kinder-Motorrad ganz aus Holz gefertigt. Das Besondere: Es hat abnehmbare Schaukelfüße. Etwa 100 Einzelteile sind in dem Gefährt verarbeitet.

Rentner Klaus Schümann aus Ruthenbeck baut für Kinder Holzfahrzeuge und stellt sie beim Hobbymarkt im Banzkower Störtal aus

svz.de von
05. März 2014, 23:00 Uhr

Das lässt Kinderherzen höher schlagen: ein Mini-Motorrad ganz aus Holz. Gebaut hat es Klaus Schümann aus Ruthenbeck. Der 79-Jährige ist von Hause aus Tischler und Bootsbauer. „Nicht ein Nagel, nicht eine Schraube sind in dem Motorrad verbaut“, erklärt er stolz. Sämtliche Holzteile sind verleimt beziehungsweise verdübelt. Annähernd 100 Einzelteile hat der Ruthenbecker für das Mini-Gefährt verbaut – innerhalb einer guten Woche. „Ich arbeite ja nicht zwölf Stunden am Stück daran. Deshalb lässt sich das nur schwer sagen, wie lange ich für so ein Stück brauche“, erklärt er. Die Arbeit selbst geht ihm immer noch gut von der Hand. Sowieso sei die Vorbereitung das eigentlich Aufwändige. Und da Schümanns Modelle Marke Eigenbau sind, kann er keine fertigen Bauzeichnungen nutzen. Die muss er sich allein erstellen. Aber das klappt gut. Schließlich macht er das nicht zum ersten Mal. Getüftelt hat er schon oft.

Auf die Idee, ein Motorrad aus Holz zu bauen, brachte ihn ein Besucher des Weihnachtsmarkts in Ludwigslust. Der hatte andere Holzarbeiten des Ruthenbeckers auf dem Markt gesehen und gefragt, ob er ihm ein Schaukelpferd für sein Enkelkind bauen könne. Kein Problem, erwiderte Klaus Schümann und machte gleich den Vorschlag, ein Motorrad-Schaukelpferd zu bauen – etwas Besonderes. Schließlich war der Auftraggeber Biker, das verriet dessen Kluft. Und so machte sich Klaus Schümann daran, ein Holz-Motorrad zu konstruieren. Eins mit drei Rädern, um die Stabilität beim Fahren zu erhöhen. „Wenn man so will, ist es ein Motorrad mit Beiwagen“, erklärt er. Die Besonderheit: Wenn die Kleinen keine Lust mehr aufs Schaukeln haben, können die entsprechenden Teile abgebaut werden.

Mit den Schaukelfüßen als Untersatz hat der Ruthenbecker auch schon einen Trecker gebaut. Beide Modelle will der Bastler auf dem Hobbymarkt am 30. März im Banzkower Störtal ausstellen. Dann dann lädt der Störtal-Verein zum mittlerweile zehnten Hobbytreff ein. Von 10 bis 17 Uhr präsentieren mehr als 40 Aussteller ihre Exponate. Damit ist die Kapazität der Ausstellungsfläche aber auch ausgeschöpft, sagt Kerstin Gärber-Loheit vom Störtal-Verein und freut sich über die große Resonanz. Ein Teil der Ausstellungsstücke ist auch für den Verkauf bestimmt, informiert sie weiter.

Der Ruthenbecker Klaus Schümann ist zum vierten Mal auf dem Hobbymarkt dabei. „Mir gefällt das da ganz gut. Auch deshalb, weil man andere Tüftler, Bastler und Kreative kennen lernt. Das ist immer interessant.“

Seinem Hobby geht der gelernte Tischler in der Werkstatt zumeist nur in den Wintermonaten nach. Mit Beginn des Frühjahrs widmet sich der 79-Jährige anderen Aufgaben: Er muss den großen Garten in Ordnung halten, Rasen mähen, auf der Pferdekoppel nach dem Rechten sehen. „Da gibt es viel zu tun“, sagt er. Und ein bisschen möchte er dann auch das ruhige Landleben mit seiner Frau und den Tieren auf dem Hof genießen. Jetzt aber freue er sich erst einmal auf den Hobbymarkt in Banzkow.

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