Schweriner Inseln : Mini-Inseln von Bedeutung

Der Rethhorst im Lankower See ist nur 2438 Quadratmeter groß.
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Der Rethhorst im Lankower See ist nur 2438 Quadratmeter groß.

Schwerin ist die Stadt der Seen und Wälder – und der Inseln. Heute Tannenwerder, Rethhorst und Borsbarg

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22. April 2017, 12:00 Uhr

Die Eiszeit hat nicht nur zahlreiche Seen in wunderbarer Landschaft in der Region hinterlassen. Auf dem Schweriner Stadtgebiet gibt es auch einige Inseln. Weitgehend unbekannt sind der Rethhorst, der Borsbarg und – wenigstens vom Namen her – der Tannenwerder.

Die kleine Insel im Unteren Ostorfer See, Tannenwerder, heißt heute auch Toteninsel. Diesen Namen erhielt sie schon vor langer Zeit. Im 19. Jahrhundert wurden auf dem Eiland die Gräber von etwa 70 Personen entdeckt. Aber erst 1961 wurden sie systematisch ausgegraben. Es handelt sich, so die Experten, um ein so genanntes Flachgräberfeld von Jägern und Sammlern aus der Jungsteinzeit, die etwa die Zeit von 5100 4100 vor Christus umfasst.

Vier Jahrhunderte lang wurden Tote nachweislich auf der Insel im Ostorfer See bestattet. In den Gräber wurden als Beigaben unter anderem Beile, Pfeilspitzen und allerlei Werkzeuge gefunden. Außerdem gab es Utensilien für Jagd und Fischfang.

Die Funde auf der Toteninsel sind offenbar sehr bedeutend für die Archäologen. Zusammen mit Knochen aus Fundstätten in Litauen, Polen, Russland oder Ungarn sowie Funden aus Flomborn, Derenburg und Schwetzingen wurden auch die von der Toteninsel einer Genanalyse unterzogen. Die Wissenschaftler konnten nachweisen: Während auf Tannenwerder noch Hirsch und Wildschwein gejagt wurden, bestellten auf dem „Festland“ ringsum schon sesshafte Bauern ihre Felder und züchteten Ziegen und Rinder.

Die Insel Rethhorst liegt im Norden des Lankower Sees vor der Halbinsel, auf der die Katholische Kirche St. Martin steht. Das nur knapp 2300 Quadratmeter große Eiland ist von Bäumen bestanden. Sie ist Rückzugsort für hier brütende Gänse und Schwäne.

Eine andere, noch kleinere Insel – eigentlich nur eine Untiefe mit einigen Büschen und Bäumen – an der Ostseite des Lankower Sees vor der Halbinsel Klotzwerder ist auf einigen Karten gar nicht verzeichnet. Das Eiland wird Borsbarg genannt. Diesen Namen erhielt die kleine Insel wohl von Anglern. Er deutet darauf hin, dass um sie herum gute Barschfänge möglich sind.

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