Ruthenbecker Gesichter : Mini-Adler rollte mit E-Antrieb

Klaus Schümann mit seinem jüngsten Schmuckstück: Fans von historischer Eisenbahntechnik können sich bei dem Ruthenbecker anmelden und sie seine Modelle anschauen.
Klaus Schümann mit seinem jüngsten Schmuckstück: Fans von historischer Eisenbahntechnik können sich bei dem Ruthenbecker anmelden und sie seine Modelle anschauen.

Der Ruthenbecker Tischler Klaus Schümann hat die historische Lok aus Holz und im Maßstab 1:10 nachgebaut

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05. Mai 2017, 12:00 Uhr

„Meine Lok dampft nicht, aber sie fährt“, stolz präsentiert Klaus Schümann das jüngste Ergebnis seiner unzähligen Bastelstunden: den Adler – aus Holz. „Die Lok habe ich originalgetreu nachgebaut, im Maßstab von 1:10“, betont der Ruthenbecker. Die Daten zur ersten kommerziell erfolgreich eingesetzten Dampflokomotive in Deutschland hat sich der Ruthenbecker aus der Fachliteraur geholt und danach die Bauskizzen gezeichnet. „Das habe ich ja von der Pike auf gelernt und mein Leben lang gemacht“, fügt der Tischler und Bootsbauer hinzu. „Dabei wollte ich als Kind Lokmotivführer werden.“ Doch erst im Ruhestand kann er sich diesen Kindheitstraum erfüllen. Vor fünf Jahren folgte der inzwischen 83-Jährige seiner Frau Oda in den gemeinsamen Alterssitz im Dorfkern von Ruthenbeck. „Natürlich habe ich das meiste aus meiner letzten Werkstatt im Rheinland mitgebracht“, erzählt Klaus Schümann, der in Rostock geboren wurde, am Schaalsee aufwuchs und viele Jahre in Brasilien lebte. Denn zurück in Mecklenburg setzte sich Klaus Schümannn nicht zu Ruhe. „Gerade in der dunklen Jahreszeit brauche ich etwas, um in Bewegung zu bleiben.“ Daher baut Klaus Schümann historische Lokomotiven nach – meist im Maßstab 1:10. Für den Eisenbahn-Förderverein aus Neustadt an der Weinstraße hat er die Lok T3 mit Führerhaus im Maßstab 1:3 gebaut. „Von dort haben ich die Idee mitgebracht, den Adler zu bauen“, erzählt Schümann. Entstanden ist nicht nur die Lok, sondern auch ein Kohlewagen und zwei Passagier-Waggons. Um diese Modellbahn in Gang zu setzen, fügt er einen Elektromotor hinzu. Stundenlang hat der Handwerker dafür in seiner Werkstatt zugebracht, oft ganze Nächte. „Wenn ich erstmal anfange, muss ich auch etwas schaffen“, erzählt Schümann. Ehefrau Oda kennt das: „Es ist ein tolles Hobby und hält ihn in Bewegung.“ Sie selbst kümmert sich währenddessen um das Haus, den Garten und die Katzen. Zudem sind sich die Eheleute einig, dass die Eisenbahn-Modell von Klaus Schümann viel zu schade sind, um in der Werkstatt zu vertauben. Die T3 ging nach Rheinland-Pfalz, doch die 1:10-Modell stehen weiterhin in Ruthenbeck.

„Wer sich für historischer Eisenbahnen interessiert, kann sich die gern anschauen“, lädt Schümann ein. Echtes Interesse und eine Anmeldung unter Telefon 03863/225923 vorausgesetzt.

Bei seinem nächsten Vorhaben geht Klaus Schümann, der auch Mitglied bei den Mecklenburgischen Eisenbahnfreunden in Schwerin ist, allerdings fremd. „Ich möchte ein kleines Kinderkarussell anfertigen. Auf zwei Motorrädern, einem Trecker sowie einem Auto sollen die Kindern sitzen können. „Vielleicht wird eines der vier Fahrzeuge ja doch noch eine Lok. Mal sehen, wie es kommt“, fügt Schümann an. Natürlich soll das Karussell auch funktionieren, schiebt der Tüftler hinterher. Vorher gibt Klaus Schümann nämlich keine Ruhe, selbst wenn das Projekt ihm noch einige schlaflose Nächte bereitet.

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