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Internet für Westmecklenburg : Millionen für die Datenautobahn

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land fördert mit 44,6 Millionen Euro den Breitband-Ausbau in 13 Regionen des Kreises Ludwigslust-Parchim

von
erstellt am 02.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Infrastrukturminister Christian Pegel ließ es sich nicht nehmen, gestern Nachmittag persönlich nach Crivitz zu fahren, um Landrat Rolf Christiansen 13 Fördermittel-Bescheide zu übergeben. Weitere 44,6 Millionen Euro aus der Rücklage des Landes fließen in den Ausbau des schnellen Internets auf dem flachen Land. Konkret handelt es sich um den Landesanteil für die 13 Projektgebiete zwischen Elbe und Plauer See, die es in den zweiten Teil des Bundesprogramms geschafft haben. Da Ludwigslust-Parchim mit drei Regionen schon beim ersten Aufruf erfolgreich war, ist der Landkreis komplett dabei. Die Zielvorgabe vom Bund, bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung mit einer Datenmenge von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu erreichen, rückt damit in Sichtweite.

„Vor zwei Jahren hätte darauf wohl keiner gewettet“, sagte der sichtlich zufriedene Minister vor Kommunalpolitikern dieser Regionen. Vor allem die Frage der Finanzierung schien eine hohe Hürde. Doch Mecklenburg-Vorpommern habe es mit Hilfe der Landkreise geschafft, mehr als die Hälfte allen Geldes aus dem Bundesprogramm ins Land zu holen. Die Bündelung in Projektgebiete, die bislang abseits der Datenautobahn liegen und in denen auch Privatunternehmen nicht investieren wollen, habe sich ausgezahlt. Hinzu kommt, dass das Land die Kofinanzierung aus seiner Rücklage bezahlt. Und der kommunale Eigenanteil wird aus dem Aufbaufonds genommen. In 77 der 98 Projektgebiete von MV fließen Bundesmittel. Die Finanzierung dort ist überall zu 100 Prozent gesichert. „Zwei Drittel der Arbeit sind damit erledigt“, fügt Pegel an. Dennoch werde es ein bisschen dauern, bis die erste Bagger anrollen und mit dem Ausbau des Breitbandnetzes starten.

Das wird wohl in den drei ersten Förderregionen von Ludwigslust-Parchim erfolgen. Denn dort haben sich auf die Ausschreibung vier Unternehmen beworben, berichtet Breitbandkoordinator Rüdiger Falk. Mit dem Baustart in den 13 Gebieten des zweiten Aufrufes rechnet Falk erst im kommenden Jahr. Zugleich muss bis Ende 2018 das Breitbandnetz stehen – das ist das vorgegebene Ziel des Bundesprogramms. Pegel ist zuversichtlich, dass das zu schaffen ist. Zugleich betont der Minister, dass das nicht dem 100-prozentigen Ausbau mit Glasfaserkabel bedeutet. „Eine Übertragung von 50 Megabit pro Sekunde muss erreicht werden, mit welchen technischen Mittel das erfolgt, darf nicht vorgeschrieben werden“, erläutert Pegel. Zugleich ist der Minister davon überzeugt, dass sich in den meisten Fällen Glasfaserkabel als die günstige Variante erweisen werde. Doch das müsse sich in jeder einzelnen Ausschreibung zeigen, bevor die Auftragsvergabe erfolgen kann.

Rolf Christiansen bedankte sich ausdrücklich beim Land, das den Kommunen bei diesem zukunftsweisenden Infrastrukturprojekt enorm unter die Arme greift. „Wir bekommen flächendeckend schnelles Internet, in Schleswig-Holstein sind es nur wenige Gemeinden“, fügte der Landrat für Ludwigslust-Parchim hinzu.

Die Aussage gilt auch für Nordwestmecklenburg. In dem Kreis kamen auch drei Fördergebiete im ersten Anlauf zum Zuge, die restlichen elf im zweiten. „Mit Ausschreibung und Vergabe sind wir nicht ganz so weit wie Parchim“, teilt Conrad Skowronnek von der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung in Wismar mit. Doch auch dort gilt: Gebaut wird so schnell wie möglich. Ende 2018 muss die Datenautobahn fertig sein.

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