zur Navigation springen

Schön warm draussen! : Milder Winter: Mehr Freud als Leid

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bauleute und Räum- und Streufirmen freuen sich über Plusgrade, auch Gartenbauexperten sehen keine Gefahr für neue Ernte

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Zehn Grad plus, dazwischen immer mal Sonnenschein – die Kinder der Kita Jean Sibelius vermissen den Schnee nicht. Sie nutzten gestern sehr ausgiebig das frühlingshafte Wetter, um auf ihrem neuen Spielplatz zu toben. Der Rasen darauf zeigt sich in ungewöhnlich sattem Grün, ebenso im Schlosssgarten und anderen Parkanlagen. In den Baumärkten können selbst kräftige Rabatte die Kunden nicht bewegen, Schneeschieber oder Streusalz zu kaufen. Dieser Winter ist total anders als der vorige. Und das wirft Fragen auf.

SVZ-Leserin Ilse Groth aus Holthusen zum Beispiel ist besorgt, dass die milde Witterung der Vegetation Schaden zufügen könnte. „Die Knospen vieler Bäume und Sträucher sind schon ganz prall. Wenn jetzt strenger Frost kommt, friert doch bestimmt vieles kaputt“, befürchtet sie. Doch Gartenbauexperte Rolf Steinmüller gibt Entwarnung. „Noch droht keine Gefahr. Bei der Natur ist alles im Lot“, versichert der erfahrene Gärtner. Er komme gerade von einer Expertendiskussion in der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Güstrow-Gülzow und auch die Wissenschaftler sehen die Wetterlage ganz entspannt. „Vor einigen Jahren hatten wir eine ähnliche Situation. Bis Ende Januar herrschten deutliche Plusgrade, dann sank Anfang Februar das Thermometer um fast 30 Grad. Doch das hat der Natur nicht geschadet. Es folgte eine der besten Ernten“, erinnert sich Steinmüller.

Und was machen die Tiere? „Denen geht es gut, sie benehmen sich völlig normal“, berichtet Erika Helmich aus dem Zoo. Das betreffe einheimische Tiere ebenso wie die Exoten. „Die Pinguine sind putzmunter und fühlen sich prächtig“, sagt sie. „Auch die Braunbären zeigen sich unbeeindruckt und lassen sich in ihrem Winterschlaf nicht stören.“

Die Bauarbeiter sehen das milde Wetter mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Positiv: Das Arbeiten macht mehr Spaß als bei Frost. Negativ: Sie haben nicht arbeitsfrei wie bei extremer Witterung. Die Bauunternehmer selbst freuen sich natürlich über das Wetter. „Wir haben volle Auftragsbücher, da zählt jeder Tag“, sagt Karsten Bunsen. „Anders als in den alten Bundesländern üblich entlasse ich im Winter keine Mitarbeiter, weil mir gute Fachleute und eingespielte Trupps wichtig sind.“ So können jetzt uneingeschränkt weitergebaut werden auf den Großbaustellen HQ 6 in der Speicherstraße, an der Schwanenwiek in den Waisengärten, an der Raiffeisenbank Hagenow und anderen Baustellen.

Den Straßenwinterdienst freut das Wetter ebenso. „Das, was wir jetzt einsparen, fängt die hohen Kosten des langen vorigen Winters ab“, sagt Ilka Wilczek, Chefin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin. Zusätzliche Lagerungskosten würden nicht anfallen, da der Winterdienst immer zwei volle Silos habe, deren Auffüllung bei Bedarf vertraglich gebunden sei, erklärt die Werkleiterin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen