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Ab Januar wird geliefert : Milchbetriebe haben neuen Partner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Agrargemeinschaft Holthusen liefert ihre Milch ab Januar an einen neuen Händler: Bisheriger Partner Danone schließt Werk in Hagenow

Ab Januar hat die Agrargemeinschaft Holthusen einen neuen Abnehmer für ihre Milch: die Berliner Milcheinfuhr Gesellschaft mbH (BMG). Bisher lieferten die Holthusener ans Danone Werk nach Hagenow, das die Fruchtzwerge herstellt. Doch das Unternehmen hatte in diesem Sommer angekündigt, sein Werk Mitte nächsten Jahres zu schließen. „Wir hätten gern an Danone weiterverkauft. Die Milch ist in der Region geblieben und man hat gesehen, was daraus hergestellt wird“, sagt Brigitte Roost-Krüger, Chefin der Holthusener Agrargemeinschaft. Doch so waren die Holthusener, die 200 Milchkühe halten, gezwungen, sich nach einem neuen Partner umzusehen. Und nicht nur sie. Die gesamte Erzeugergemeinschaft Hagenow, in der sich mehr als 40 Milchbetriebe der Region zusammengeschlossen haben, wechselt zur Berliner Milcheinfuhr Gesellschaft. Groß sei die Auswahl ohnehin nicht gewesen, meint Roost-Krüger. Es gäbe nur noch wenige Molkereien und Händler in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Landwirte hatten mehrere Angebote eingeholt, doch BMG habe die besten Rahmenbedingungen geboten, sagt Harald Elgeti, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft und zugleich des Bauernverbandes Ludwigslust. Andere Landwirte aus der Region arbeiten bereits mit dem Berliner Unternehmen zusammen, erzählt Elgeti, und seien zufrieden gewesen. Es ist ein Händler, der die Milch vor Ort aufkauft und sie an Molkereien weiterverkauft.

Wie dann die Milchpreise aussehen werden, das könne derzeit keiner sagen, sind sich Elgeti und Roost-Krüger einig. Er schwankt immer wieder mal. Derzeit erhalten die Holthusener 29 Cent für einen Liter Milch. Das sei eindeutig zu wenig, um über die Runden zu kommen, betont die Geschäftsführerin der Argrargemeinschaft. Um die steigenden Betriebskosten decken zu können, müsste der Preis mehr als 40 Cent pro Liter liegen. Ob das mit dem neuen Abnehmer machbar ist, müsse man sehen, meint sie. Der so genannte Milch Marker Index, der den fairen Preis für einen Liter Milch angibt, liegt bei 46 Cent.

Doch mit der Milchproduktion aufzuhören, sei nicht zuletzt aufgrund der Bindungsfristen für Fördermittel keine gute Lösung, meint Harald Elgeti. Zudem sei die Situation bei Schweinemast oder in der Geflügelzucht eher noch schwieriger. Es fehle an Alternativen, so Elgeti.

Die Geschäftsführerin der Holthusener Agrargemeinschaft plädiert dafür, dass sich noch mehr Bauern zu Gemeinschaften zusammenschließen. So gehört die Erzeugergemeinschaft Hagenow der Norddeutschen Milcherzeugerorganisation Nord-MeG an. Ihr Ziel: bessere Milchvermarktung. Gemeinsam könne man besser Forderungen gegenüber den Molkereien durchsetzen, betont Roost-Krüger.

Mit Beginn des Jahres soll es auf dem Bauernhof in Holthusen eine kleine Änderung geben. Wenn es gelingt, dass die Milch künftig nachts abgeholt wird, kann die Milchtankstelle auf dem Bauernhof für Kunden aus der Region wieder besser genutzt werde. Derzeit ist sie jeden zweiten Tag für drei Stunden geschlossen, weil Danone die Milch am Tag abholen lässt.

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