Abriss-Hochhäuser : Mieter müssen raus

Das Hochhaus Plöner Straße soll erhalten bleiben und saniert werden.
Das Hochhaus Plöner Straße soll erhalten bleiben und saniert werden.

WGS will allen Betroffenen akzeptable Wohnungsalternativen anbieten, setzt dabei aber Prioritäten

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24. Juni 2015, 08:00 Uhr

Während die Kommunalpolitik noch immer über den geplanten Abriss von Hochhäusern der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) in Lankow und am Berliner Platz diskutiert, wie gestern der Finanzausschuss, sind die betroffenen Mieter von Sorgen geplagt. Viele von ihnen haben ihre Wohnung und die Wohngegend lieb gewonnen, leben meist schon seit vielen Jahren dort und müssen nun raus.

So wie Regine Poschmann. Sie wohnt im Hochhaus Plöner Straße. Das soll zwar wahrscheinlich nicht abgerissen, jedoch grundlegend saniert werden. „Ich muss schon jetzt sehr viel Miete für meine Zweiraumwohnung zahlen. Nach der Sanierung wäre sie mit Sicherheit für mich unbezahlbar“, sagt die Lankowerin traurig. Deshalb ist sie bereits auf Wohnungssuche. „Die WGS macht uns zwar Angebote, doch wenn wir eine Wohnung besichtigen wollen, die in Frage kommt, ist sie immer schon vergeben“, berichtet Regine Poschmann. Die Suche koste Geld, vor allem aber Nerven, beklagt sie. Diese Situation sei unerträglich.

Die WGS kennt die Probleme. „Wir arbeiten sehr angestrengt an Lösungen, wir wollen keinen Mieter verlieren“, versichert Peter Majewsky, Leiter der Abteilung Hausbewirtschaftung. Die Wohnungsgesellschaft habe deshalb ein spezielles Umzugsmanagement eingerichtet, das den Mietern bei der Regelung aller Fragen im Zusammenhang mit dem Umzug zur Seite stehe. Majewsky bittet indes um Verständnis dafür, dass Prioritäten gesetzt werden. „Fest steht, dass die Hochhäuser Eutiner Straße und Julius-Polentz-Straße abgerissen werden. Deshalb haben deren Mieter Vorrang bei der Unterstützung ihres Umzuges.“ Und diese sei sehr umfangreich. „Wir bezahlen alles. Wir haben dafür ein Speditionsunternehmen gebunden und helfen Bedürftigen gegebenenfalls auch beim Ein- und Auspacken“, erklärt der Bereichsleiter. Konkret geregelt werde das Hilfspaket über die jeweilige Hausverwaltung.

Ein echtes Problem sei jedoch die Wohnungsgröße, räumt Majewsky ein. „In den Hochhäusern sind meist Ein- und Zweiraumwohnungen. Wir haben aber in Lankow nicht genug freie kleine Wohnungen. Wir versuchen aber dennoch, gemeinsam passende Angebote zu finden. Und etwas Zeit ist ja noch, abgerissen wird erst 2017.“ Parallel zu Lankow läuft das Umzugsmanagement auch für die Hochhäuser Rostocker Straße.

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