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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 16:47 Uhr

Gast aus Ägypten : Merna gefällt besonders das Reisen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die ägyptische Austauschschülerin lebt seit neun Monaten in Schwerin und fühlt sich hier sehr wohl

svz.de von
erstellt am 24.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Strahlende dunkle Augen, ein freundliches Lächeln, ein offenes Gesicht – das ist Merna Dawod. Die 17-Jährige kommt aus Alexandria im Norden Ägyptens. Seit neun Monaten lebt sie als Austauschschülerin bei ihrer Gastfamilie in Schwerin. Hier besucht sie die 10. Klasse am Fridericianum.

Es ist erst das zweite Mal nach der Revolution in Ägypten, dass Austauschschüler von dort nach Deutschland gekommen sind. „Ich fühle mich in Schwerin sehr wohl. Ich habe eine Super-Gastfamilie“, sagt Merna in hervorragendem Deutsch. Das hat sie zuhause auf der Schule gelernt. In Ägypten wird ab der 1. Klasse Englisch unterrichtet. In der 7. Klasse hat Merna dann Französisch belegt. Aber sie kam mit der Lehrerin nicht klar. Deshalb wechselte sie zu Deutsch. „Die Sprache ist in Ägypten nicht so üblich. Damit habe ich später vielleicht bessere Chancen.“

Merna kommt aus einer typischen Mittelstandsfamilie: Der Vater Ingenieur, die Mutter Lehrerin, zwei Schwestern. Sie leben nicht im Luxus, aber sie kommen zurecht.

In Schwerin hat die junge Ägypterin längst Freunde gefunden. Wenn es am Anfang auch schwer war. „Ich hatte erwartet, dass in der Schule alle gleich auf mich zukommen. Aber die Mitschüler waren zunächst sehr zurückhaltend.“ Inzwischen ist das ganz anders. Merna arbeitet sogar bei der Schülerzeitung des Fridericianums mit.

Etliches ist hier anders als in Alexandria. Dort würde das Mädchen nicht auf die Idee kommen, mit einem Bus zu fahren. „Hier ist das ganz normal.“ Auch die Straßen und Gebäude sehen in Schwerin anders aus als in Alexandria. Und die Leute sind ganz anders angezogen, „weil es in Ägypten eben viele Moslems gibt“. Merna selbst ist Koptin. Weihnachten oder Ostern zu feiern war für sie daher völlig normal. „Aber die vielen Kleinigkeiten des Alltags sind doch anders als zuhause.“ Auch das Essen. In Ägypten gibt es vor allem Brot und Bohnen, wenig Fleisch und Schweinefleisch ganz selten. Ihre Gastmutter dagegen kocht hervorragend Lachs mit Spinat. Und Merna steht selbst am Herd. „Ich habe noch nie so viel gekocht wie hier.“ Mit dem Wetter kommt das Mädchen ganz gut klar. Nur als im Winter das Thermometer auf minus zehn Grad sank, war es ihr dann doch zu kalt.

Ganz besonders gefällt der Schülerin, dass man hier in Europa überall hin reisen kann. „Im Urlaub fahren wir mit der Familie höchstens mal in einem Badeort in der Nähe von Alexandria.“ Von Schwerin aus war Merna schon auf Mallorca, im Harz und an der Ostsee. „Die schönste Reise habe ich aber mit einer Freundin gemacht. Wir waren in Dresden, Prag, Potsdam und Berlin.“ Ab und zu hat Merna auch Heimweg. Freut sie sich deshalb schon auf das Ende ihrer Schulzeit in Deutschland in ein paar Wochen? Da wird das Mädchen ganz still und möchte dazu gar nichts sagen. Der Abschied wird ihr schwerfallen, denn in Schwerin fühlt sie sich sehr wohl.

 

 

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