Wessin : Melker-Vergleich: Wer zapft am besten?

Sauberkeit und keinen Schritt vergessen:  Jurorin Heike Seget schaut bei Melker Matthias Kupper genau hin.
Sauberkeit und keinen Schritt vergessen: Jurorin Heike Seget schaut bei Melker Matthias Kupper genau hin.

13 Teilnehmer stellen sich dem Leistungswettbewerb der Milchkontrollvereine Ludwigslust und Parchim in Wessin: Lübesse hat in beiden Wertungen die Nase vorn

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13. Juni 2018, 23:42 Uhr

Genau 50 Sekunden haben Matthias Kupper und seine Berufskollegen, um das Melkgeschirr anzusetzen. Die Stopp-Uhr zählt nach dem ersten Ansprechen der Kuh. Ein zartes „Hallo“ erklingt und die Hand des Melkers wandert über den Hinterlauf. Das ist der Moment, in dem Juror Dirk Albs auf den großen Knopf seiner Stopp-Uhr drückt. Der Geschäftsführer der Agrarland Streesow schaut genau hin, beobachtet gemeinsam mit Heike Seget von der Agrarproduktion Zölkow jeden Handgriff von Matthias Kupper. Immer wieder machen sich beide Notizen. Jeder noch so kleine Fauxpas des Schweriners wird notiert. Die Fliegen machen den Kühen an diesem Tag zu schaffen. Unruhig tänzeln sie im Melkkarussell hin und her, versuchen die störenden Insekten mit Tritten zu vertreiben. Der junge Melker behält die Ruhe. „Das könnte alles fixer gehen“, flüstert Dirk Albs seiner Jury-Kollegin zu. Sechs Kühe gilt es zu melken.

Zuvor gab es für alle 13 Teilnehmer, die in diesem Jahr der Einladung der Milchkontrollvereine Ludwigslust und Parchim gefolgt sind, einen Theorie-Test: 20 Fragen zu Zitzengummis, Milchfettgehalt, Hormonen, Physiologie der Kühe und Krankheiten gilt es zu beantworten. Drei Antworten sind jeweils vorgegeben – eine davon ist richtig.

„Es ist besser, vorher noch einmal in die Bücher zu schauen, die Fragen haben es in sich“, sagt Michael Matz. Der 38-Jährige vertritt an diesem Tag die Karbower Agrargenossenschaft. Für einen vorderen Platz hat es bei ihm nicht gereicht. „Nicht schlimm“, sagt der Melker. Denn es gehe auch darum, Gesicht zu zeigen. So sieht das auch Christin Markowski von der Agrargenossenschaft Plate. Sie ist zum dritten Mal dabei. „Ich will wissen, wo ich stehe, mich mit anderen Melkern vergleichen und austauschen“, sagt die 25-Jährige. Dass es diesmal nicht für einen vorderen Platz gereicht hat, nimmt sie sportlich: „Es ist auch immer ein bisschen Glückssache. Die Aufregung ist nicht zu unterschätzen.“ Kontrahent Matthias Kupper schafft es auf den dritten Platz. Er ist zufrieden. Ebenso wie Gastgeber Dirk Schünemann von der Landwirtschaftlichen Produktion und Absatz-Genossenschaft Wessin (LPA) Wessin. Mit Unterstützung des Bauernverbandes Parchim und der Rinder Allianz hat er diesen Tag mit ausgerichtet.

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