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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 05:48 Uhr

Demmlerheim : „Meine Kindheit habe ich genossen.“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ehemalige Bewohner des Demmlerheims trafen sich zum 70. Jubiläum

von
erstellt am 30.Mai.2015 | 12:00 Uhr

„Ich gehöre hier doch schon zum Inventar“, sagt Emma Bülow. Sie sitzt unter den Bäumen im Garten des Demmlerheims am Obotritenrings und wird pausenlos angesprochen. Emma Bülow war 32 Jahre lang Erzieherin in dem Heim, das sich damals noch in der Demmlerstraße befand. Alte Kollegen und vor allem viele ehemalige Heimkinder wollen mit ihr sprechen. „1955 habe ich angefangen, das waren keine einfachen Zeiten“, sagt Emma Bülow. Badewannen und Toiletten im Keller, in der Waschküche musste der Kessel täglich angeheizt werden. „Das Wichtigste war die Küche. Die Köchinnen haben aus dem Wenigen immer was gemacht.“

Doris Schumacher nickt. Sie war von 1965 bis 1976 zusammen mit ihrer Schwester im Heim. „Meine Kindheit habe ich hier genossen. Noch heute habe ich engen Kontakt zu meiner Erzieherin Dagmar Zacher.

Den weitesten Weg zur Feier des 70. Heimjubiläums hatte Karin Hansen. Sie kam aus dem US-Bundesstaat Wisconsin nach Schwerin. „Als Kind ohne Eltern braucht man etwas mehr Liebe. Die habe ich hier bekommen.“ Im Chor hat sie gesungen und auch Kochen gelernt. „Wir wurden auch ganz schön rangenommen.“ Mit 18 wurde ihr die staatliche Enge zu viel. Sie ging vor dem Mauerbau nach Westberlin. Und dann über Kanada in die USA. Bei ihrem jetzigen Besuch in der alten Schweriner Heimat hat sie viele Heimkinder und Klassenkameraden wieder getroffen. „Das ist das Schönste.“

Nicht nur das Demmlerheim feierte gestern. Auch die Kita Feldstadtmäuse hatte ihr Fest. Denn die Einrichtung befindet sich in der Demmlerstraße in dem Haus, das einst das Heim für Kriegswaisen war. 70 Jahre „Haus der Kinder“ wurden im Mega Movies begangen.

 

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