Schweriner Kinderschutzbund : „Mein Körper gehört mir“

Spendenübergabe beim Kinderschutzbund: Anja Janker und Gerlinde Haker überreichten einen symbolischen Scheck über 2000 Euro an Nadine Schomann und Renate Sator (v.r.)
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Spendenübergabe beim Kinderschutzbund: Anja Janker und Gerlinde Haker überreichten einen symbolischen Scheck über 2000 Euro an Nadine Schomann und Renate Sator (v.r.)

Projekt des Kinderschutzbundes soll Mädchen und Jungen vor sexuellem Missbrauch schützen / Bürgerstiftung hilft bei Finanzierung

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05. August 2016, 09:00 Uhr

Das Programm soll die Kinder stärken, ihr Selbstbewusstsein steigern. Die Kleinen sollen lernen, Nein zu sagen, wenn etwas mit ihrem Körper passiert, was sie nicht wollen. „Mein Körper gehört mir“, so heißt das Präventionsprojekt, das der Deutsche Kinderschutzbund in allen Schweriner Kindergärten anbietet. Dank einer Spende der Bürgerstiftung in Höhe von 2000 Euro ist die Finanzierung des Angebots jetzt wieder für ein

halbes Jahr gesichert.

„Sexueller Missbrauch ist das Schlimmste, was Kindern angetan werden kann“, sagt Nadine Schomann vom Kinderschutzbund. In mehr als 70 Prozent der Fälle seien Personen aus dem unmittelbaren Umfeld die Täter. Nach Schätzungen des Kinderschutzbundes seien jedes Jahr etwa 200 000 Mädchen und Jungen betroffen, so Schomann. Sexualstraftäter würden Kinder mit Geheimnissen unter Druck setzen, um sie dadurch zum Schweigen zu bringen. „Im Präventionsprojekt ,Mein Körper gehört mir‘ lernen die Kleinen deshalb den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen. Gute Geheimnisse dürfen die Kinder für sich behalten, die schlechten müssen sie einer Vertrauensperson weitersagen und sich Hilfe holen“, erklärt die Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes.

Um den Kindern die Inhalte des Projekts zu vermitteln, setzt die Projektverantwortliche Nicole Wolf trotz des ernsten Hintergrundes auf Musik, Spaß und Spiel. Vor den beiden Unterrichtseinheiten von jeweils 45 Minuten gibt es einen Elternabend. „Die Eltern werden über die Hilfsangebote und die Präventionarbeit des Kinderschutzbundes informiert“, berichtet Nadine Schomann. Das Projekt „Mein Körper gehört mir“ werden von den Schweriner Kitas sehr gut angenommen. Insgesamt knapp 900 Vorschulkinder seien bereits erreicht und rund 30 Elternabend durchgeführt worden, so die Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes.

„Mein Körper gehört mir“ wird vom Kinderschutzbund zu 100 Prozent aus Eigenmitteln finanziert. „Wir sind deshalb sehr dankbar für die Unterstützung durch die Schweriner Bürgerstiftung“, betont Schomann, die die Spende gemeinsam mit Renate Sator vom Vorstand des Kinderschutzbund-Kreisverbandes im Haus der Begegnung in der Perleberger Straße entgegennahm.

Überreicht wurde der symbolische Scheck von Gerlinde Haker und Anja Janker vom Vorstand der Bürgerstiftung. Mit insgesamt 12 400 Euro aus ihrem Jahresergebnis 2015 fördert die Stiftung in diesem Jahr Vereine und Initiativen, die sich für die Jugend-, Familien-, Präventions- und Jugendsozialarbeit oder internationale Jugendbegegnungen einsetzen bzw. zur Völkerverständigung, zum Demokratieverständnis und zur Verbreitung des Toleranzgedankens beitragen. In den Genuss einer Förderung kommen insgesamt acht Vorhaben, darunter auch ein Theater-Projekt der Schweriner Opferhilfe (SVZ berichtete).

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