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Kriminalstatistik Schwerin : Mehr Straftaten als im Vorjahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anstieg vor allem bei Internet- und Drogenkriminalität. Zahl der Gewaltdelikte rückläufig

von
erstellt am 12.Apr.2017 | 20:55 Uhr

Über mehrere Jahre war die Entwicklung rückläufig, nun ist die Zahl der Straftaten in Schwerin wieder gestiegen – und zwar deutlich: 11 757 Taten registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. „Das ist ein Anstieg um 21,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2015“, sagte Schwerins Polizeichef Ingo Renk gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. Die Aufklärungsquote habe bei 66,5 Prozent gelegen, zugenommen hätten insbesondere die Internet- und die Drogenkriminalität.

Doch es gibt auch diese Nachrichten: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Landeshauptstadt ging 2016 im Vergleich zum Vorjahr von 119 auf 91 Fälle zurück. „Aufgeklärt werden konnte unter anderem eine Einbruchsserie im Bereich Zippendorfer Strand“, berichtete Renk. Jeder Einbruch bleibe jedoch ein Einschnitt in die Privatsphäre der Opfer und habe erhebliche Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl, hob er hervor. Einen leichten Rückgang verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr auch bei den Rohheitsdelikten, hierzu gehören Straftaten wie Körperverletzung, Raub, Bedrohung sowie Nötigung und Stalking. Waren im Jahr 2015 noch 1195 solcher Delikte erfasst worden, sind es im Jahr 2016 genau 1169 gewesen. Zurückgegangen ist nach Angaben des Polizeichefs ebenfalls die Zahl der Diebstähle in Schwerin – von 3288 Fällen im Jahr 2015 auf 3191 Fälle im vorigen Jahr.

Den Anstieg bei der registrierten Drogenkriminalität erklärte Renk auch mit verstärkten Kontrollen vor allem in der Innenstadt. „Die Feststellungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr von 278 auf 494 Fälle“, sagte er. Gestiegen ist im vergangenen Jahr laut Polizeichef auch die Zahl der Verstöße gegen das Waffengesetz – von 28 auf 58 – und die Zahl der Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte – von 253 auf 324. Die deutliche Zunahme bei der Internetkriminalität gehe wesentlich auf das Konto einer Gruppe von Online-Betrügern, so der Polizeichef. Insgesamt habe sich die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 1557 Fälle erhöht.

Nach mehreren gewaltsamen Auseinandersetzungen auf dem Marienplatz habe die Polizei ihre Präsenz in der City erhöht, schilderte Renk. Im Vergleich der Stadtteile bilde die Altstadt auch im Jahr 2016 den Kriminalitätsschwerpunkt. Trotz der Vorkommnisse in der Innenstadt sei die Straßenkriminalität in der Landeshauptstadt unterm Strich aber zurückgegangen, so Renk – von 1762 auf 1601 Fälle.

Von den insgesamt 4466 Tatverdächtigen, die in der Schweriner Kriminalitätsstatistik für 2016 geführt werden, sind 903 Ausländer. Sie werden für 1549 Straftaten verantwortlich gemacht, vorrangig für Ladendiebstähle, Schwarzfahrten und Körperverletzungen.

Weil ein Großteil aller Tatverdächtigen zwischen 14 und 18 Jahre bzw. zwischen 18 und 25 Jahre alt sei, werde sich die Polizei bei ihrer Präventionsarbeit weiterhin auf junge Leute konzentrieren, kündigte der Polizeichef an.

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