Beliebtes Ausflugsziel : Mehr Platz fürs Kutschenmuseum

Im Mecklenburgischen Kutschenmuseum präsentieren Leiterin  Gea van Burgsteden, Mathias Rittig (l.) und Norbert Schönborn   zahlreiche Kostbarkeiten. Dazu  gehört diese Roofseat-Break,1880/90 in den USA gebaut und 2012  restauriert.
Im Mecklenburgischen Kutschenmuseum präsentieren Leiterin Gea van Burgsteden, Mathias Rittig (l.) und Norbert Schönborn zahlreiche Kostbarkeiten. Dazu gehört diese Roofseat-Break,1880/90 in den USA gebaut und 2012 restauriert.

Ausstellungsfläche in Kobrow II auf 3100 Quadratmeter erweitert. Jetzt sind rund 200 Kutschen, Fuhrwerke und Schlitten zu sehen

svz.de von
13. Juli 2014, 12:00 Uhr

Besucher sollten noch mehr Zeit mitbringen: Das Mecklenburgische Kutschenmuseum in Kobrow II hat seine Ausstellungsfläche um 800 auf 3100 Quadratmeter vergrößert. Eine Halle, in der ein Agrarbetrieb sein Domizil hatte, ist komplett dazu gekommen. Rund 200 Fahrzeuge – Kutschen, Fuhrwerke und Schlitten – können nun gezeigt werden. Bislang waren es knapp 140. Sie veranschaulichen das enorme handwerkliche Geschick und technische Finessen aus dieser Zeit, dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Kleinere Kostbarkeiten ergänzen die sehenswerte Sammlung, wie Beschlagzeugtaschen, Kunstgeschirre, Picknickkörbe oder anderes Reisezubehör. Durch die Ausstellung führen Mathias Rittig und Norbert Schönborn, die beinahe zu jedem Stück eine Geschichte erzählen könnten. Gea van Burgsteden, Leiterin von Museum, Café und Shop, ist noch ein neues Gesicht.

Weitere Neuheit: Die von Anfang an privat finanzierte Sammlung wird von einer gemeinnützigen Gesellschaft betrieben. Der Förderverein Sternberger Seenplatte, der das zuvor erledigte, hat zum Jahresende 2013 seine operative Tätigkeit eingestellt. Das Gelände des Museumsdorfes in Kobrow II ging inzwischen wieder an den Eigentümer, die Mecklenburgische Güterverwaltungs- und Dienstleistungsgesellschaft (MGD).

Mit der Erweiterung wurden auch behindertengerechte Toiletten gebaut. Der Eingang in das Museum liegt jetzt direkt zur Straße. Das Café hat zunächst provisorisch geöffnet. Nach seinem Umbau soll sich das im nächsten Jahr spürbar ändern.

In der weit über die Region hinaus bedeutsamen Sammlung kamen unter anderem Landauer hinzu, zudem so genannte Halbgalawagen vom Hof in Berlin. Mit Letzteren seien keine hohen Herrschaften gefahren, sondern Angestellte, weiß Rittig. Als Besonderheit nennt er das HansomCab, häufig zu sehen in englischen Filmen, die im 19. Jahrhundert spielen. Bei dem sitze der Kutscher hinten. „Die wurden auch als Mietfahrzeuge in Städten genutzt, waren deshalb aber verpönt, denn die Leute fuhren ungern in abgenutzten Kutschen“, so Rittig.

Weniger hervorstechend in der Ausstellung, aber nicht minder interessant seien die Wagen, die auf kleinen Höfen in ländlichen Gegenden ihre Dienste leisteten, etwa wie hier. Die wenigsten Bauern hätten sich einen Landauer kaufen können. Um zum Einkaufen oder zum Arzt zu gelangen, standen ihnen eben diese schlichten, multifunktionalen Landfahrzeuge zur Verfügung, die somit einen hohen Gebrauchswert hatten, bringt es Mathias Rittig auf den Punkt. Mancherorts seien sie „Staulwagen“ genannt worden, weil bei Bedarf hinter dem Kutschbock Stühle auf die Ladefläche gestellt wurden. Für Fahrzeuge, die sich ähneln, gäbe es mitunter drei, vier Bezeichnungen.

Ein Teil der Fahrzeuge, die neu in der Ausstellung sind, seien schon in Kobrow gewesen, hätten aus Platzmangel aber nicht ausgestellt werden können. Einige wurden restauriert, andere aufgehübscht. „Auch wenn dies ein Museum ist, soll kein verstaubtes Image aufkommen“, sagt Rittig.

Geöffnet hat das Mecklenburgische Kutschenmuseum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

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