Stralendorfer Kita : Mehr Platz für kleine Stralendorfer

Volle Sandkiste – volles Haus: Die Stralendorfer Kita ist ausgelastet. Ein Krippenanbau kommt.
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Volle Sandkiste – volles Haus: Die Stralendorfer Kita ist ausgelastet. Ein Krippenanbau kommt.

Kindertagesstätte Regenbogen hat gleich zwei Baustellen: Gruppenraum im Obergeschoss wird saniert und Krippenanbau geplant

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10. Juni 2016, 16:00 Uhr

Die Kindertagesstätte Regenbogen im Dorfkern von Stralendorf platzt aus allen Nähten. 72 Mädchen und Jungen werden hier betreut – vom Krippenalter bis zur Vorschule. Der Bedarf ist weitaus größer: „Auf unserer Warteliste stehen 41 Namen für die Krippe“, berichtet Kita-Leiterin Katrin Kort. Doch für die Kinder fehlen nicht nur Plätze, sondern auch Platz. Kort: „Wir haben jetzt schon Kinder auf jedem Zentimeter.“ Mit der Sanierung eines Gruppenraums im Obergeschoss soll zumindest der „Normalzustand“ wieder hergestellt werden. Zugleich nehmen Pläne für eine Krippenanbau Form an. Wie Kita-Leiterin Kort hoffen auch ihre Kolleginnen und die Eltern darauf, dass beide Projekte so schnell wie möglich fertig werden.

Denn der Gruppenraum im Obergeschoss ist seit langem nicht nutzbar. Er stank permanent. „Es lag aber keine Gefahr für die Gesundheit der Kinder vor“, betont Bürgermeister Helmut Richter. „Das haben Kontrollmessungen der Luft ergeben.“ Parallel wurde nach der Ursache der Geruchsbelästigung gesucht: Arbeiten an Dach, Dämmung, Fußbodenbelag – alles brachte nichts. Der Gestank blieb drin. Die Kinder draußen. Nun werden Fußboden und Trockenbauelemente komplett rausgerissen und erneuert. Die Gemeinde muss dafür außerplanmäßig in die Kasse greifen. 25 000 Euro sind nötig, schätzt Bauamtsleiterin Nadja Bendsen.

Doch damit wird das Platzproblem nicht geringer. Gerade die Krippenkinder benötigen einen eigenen Gruppenraum. Um Sport zu treiben, müssen die Kinder vom Kita-Hauptgebäude zur Sporthalle laufen. Die wiederum ist durch Hort und Schule ohnehin sehr gut ausgelastet. Und für die Erzieherinnen gibt es bislang keinen Aufenthaltsraum. Deshalb plant die Gemeinde einen Anbau. Der Bebauungsplan musste dafür geändert werden. Doch nun steht das Projekt. Für etwa 630  000 Euro soll das Gebäude in Richtung Park verlängert werden. Dafür kann die Gemeinde mit Fördermitteln rechnen, die decken sogar eine Großteil der Kosten.

Im neuen Krippenraum können dann zwölf Kleinkinder betreut werden – sechs mehr als bislang. Und im Mehrzweckraum kann auch Sport getrieben werden. Im Herbst soll es mit dem Bauen losgehen.

Zu tun gibt es aber nicht nur auf die beiden Baustellen. „Mit sechs neue Krippenplätzen schaffen wird es ja bei weitem nicht, unsere Warteliste abzuarbeiten“, betont Kort. Die Kita-Leiterin muss die Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen, daher weiterhin an die Tagesmütter in der Region verweisen. Hinzu kommt noch der Mangel an Fachkräften. „Wir suchen bereits jetzt Bewerber für zwei Stellen, weil Kolleginnen demnächst in den Ruhestand gehen. Und nach der Erweiterung benötigen wird eine dritte Fachkraft“, betont Kort. Doch die sind nicht zu finden. Auch der Pampower Kita, die ebenfalls zum Kreisverband der Volkssolidarität gehört, geht es so.

Eine Ursache für den fehlen Nachwuchs bei den Erzieherinnen sieht Kort in dem Wechsel bei der Ausbildung: An der staatlichen Schulen werden Plätze reduziert. Die Ausbildung bei privaten Bildungsträgern müssen die jungen Leute oder deren Familien selbst zahlen. „Das schreckt viele Schulabgänger ab“, schätzt Katrin Kort ein. Und da in naher Zukunft nicht nur in Stralendorf weitere Erzieherinnen in Rente gehen, werde der Fachkräftemangel zunehmen.

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