Demen stockt auf : Mehr Flüchtlinge nach Demen

In diesem Wohnblock leben 146 Flüchtlinge. Jetzt soll ein zweites Gebäude im Demener Ziolkowskiring hergerichtet werden.
In diesem Wohnblock leben 146 Flüchtlinge. Jetzt soll ein zweites Gebäude im Demener Ziolkowskiring hergerichtet werden.

Zweiter Block wird hergerichtet

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11. März 2016, 16:00 Uhr

Vor Weihnachten zogen die ersten Flüchtlinge nach Demen. Mehr als 100 Schutzsuchende sollten es werden. Heute leben in dem Block im Ziolkowskiring 146 Flüchtlinge. Und es sollen noch mehr werden. Deutlich mehr. „Wir sind uns mit dem Eigentümer des Wohnblocks einig, dass er nach und nach einen zweiten für die Unterbringung weiterer Schutzsuchender herrichtet“, bestätigt Wolfgang Schmülling auf Nachfrage unserer Redaktion. Konkreter kann der Vize-Landrat von Ludwigslust-Parchim noch nicht werden, weil nichts feststeht. Die Wohnungen müssen ja erst hergerichtet werden. Und damit könne man erst in sechs bis acht Wochen beginnen. Dann geht es auch nicht mit dem ganzen Wohnblock los, sondern aufgangsweise, so Schmülling.

Der Landkreis habe auf das Angebot des privaten Vermieters aber positiv reagiert, weil immer noch händeringend Wohnungen für Flüchtlinge gesucht werden. „Etwa 1600 Menschen warten derzeit in unseren zentralen Einrichtungen darauf, dass wir sie dezentral, also in Wohnungen, unterbringen können“, erläutert Schmülling. Dass Demen – und erst Recht der Ziolkowskiring außerhalb des Dorfes – nicht der ideale Standort ist, weiß Schmülling.

Das haben auch die Demener Gemeindevertreter der Kreisspitze deutlich gemacht. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept und eine ausreichende, professionelle Betreuung der Flüchtlinge“, betont der stellvertretende Bürgermeister Günter Möller. Ein erstes Gespräch im Landratsamt dazu hat es bereits gegeben. Nun soll an die Erarbeitung gegangen werden – gemeinsam.

„Wir haben sehr viele Flüchtlinge in unserer 870-Einwohner-Gemeinde aufgenommen“, betont Möller. Doch wenn die Zahlen ins Unermessliche steigen, sinke die Akzeptanz. Schon jetzt gibt es morgens Probleme mit dem (Schul-)Bus. Denn der wird von vielen Flüchtlingen genutzt, um nach Crivitz zu kommen. Die Plätze im Bus reichen nicht aus. Der Landkreis will schnell reagieren, einen größeren oder einen zweiten Bus einsetzen, damit alle Fahrgäste sicher nach Crivitz kommen, sagt Schmülling. Möller ergänzt, dass es in dem Konzept aber um mehr gehen muss. So erwarte die Gemeinde Hilfe bei ihren Infrastrukturprojekten, wie den Ausbau eines Dorfladens. Möller: „Gerade von dem Laden würden alle profitieren, denn derzeit müssen alle zum Einkaufen nach Crivitz fahren.“

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