Consrade : Mehr als putzen, mähen, flicken

Straßenmeisterei-Mitarbeiter Gordon Wegener sorgt für den frischen Schnitt.
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Straßenmeisterei-Mitarbeiter Gordon Wegener sorgt für den frischen Schnitt.

Der Frühling bringt die schlimmen Ecken ans Licht: Mitarbeiter der Straßenmeisterei Consrade haben in diesen Tagen gut zu tun

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18. März 2016, 16:00 Uhr

Die kleinen gelb-grauen Basaltstückchen rieseln durch seine Hände. Tonnenweise werden sie auch in diesem Jahr wieder auf den Straßen rund um die Landeshauptstadt landen, ist sich Gunnar Jandt sicher. Denn Rollsplitt, so der Chef der Consrader Straßenmeisterei, sei nicht nur auf seinem Hof ein gefragtes Gut. Allein 300 Tonnen Splitt wurden im vergangenen Jahr auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der Consrader Straßenmeisterei eingearbeitet.

25 Mitarbeiter kümmern sich um insgesamt 260 Kilometer Bundes- und Landesstraße. „Unsere Hauptstrecken sind die B104 in Richtung Güstrow und bis hinter Wittenburg; die B 321 von Schwerin nach Crivitz bis Domsühl; die Schweriner Ortsumgehung von der Kreuzung Ludwigsluster Chaussee bis zur Lärchenallee und die
L 72 nach Ludwigslust“, umreißt Jandt das Gebiet.

Viel Strecke – immer wieder auch mit Löchern, Rissen und ausgefahrener Bankette. „Alles in allem sind wir recht zufrieden mit dem Zustand“, sagt der Straßenmeister. Aber eben noch nicht so, dass die Arbeit seiner Männer unnötig sei. Ganz im Gegenteil: Die Mängelliste ist lang. „Da kommen schnell vier große Seiten mit gefüllten Exeltabellen zusammen“, sagt er und tippt auf einen Stapel mit den jüngsten Ergebnissen der Straßenkontrolle. „Das ist von gestern.“ Die Kollegen der Streckenkontrolle fahren die Straßen ab – von Montag bis Donnerstag. Defekte Leitpfosten werden sofort ausgetauscht. Und auch Müll direkt am Fahrbahnrand werde gleich von den Kollegen der Streckenkontrolle eingesammelt. „Ist es mehr, fährt ein Extra-Trupp raus“, ergänzt Gunnar Jandt. Löcher und Risse im Asphalt werden je nach Größe auch von den Kollegen zeitnah repariert. „Kleinere Stellen, so zwischen 10 und 15 Zentimetern, werden sofort gemacht“, sagt Jandt. „Mit Kaltasphalt werden die Löcher gefüllt. Das hält etwa ein Jahr.“ Größere Löcher und Risse werden im Sommer geflickt. „Im Patch-Verfahren oder mit einem Reparaturzug. Das hält dann etwa drei Jahre“, sagt der Straßenmeister. Gunnar Jandt greift sich noch einmal den Zettel der Kollegen. In diesem Fall muss er sich nicht um Löcher im Asphalt kümmern. „Unerlaubte Werbung fällt auch in unseren Bereich.“ Ebenso wie das Mähen der Straßenränder, die Absperrung bei Brückenkontrollen und Baumpflegearbeiten, fügt er hinzu.

Doch die Hauptarbeit, jetzt im Frühling, sei der Müll. Reifen, Fernseher, Schutt oder eben der ganz „einfache Hausmüll“. Jandt und seine Kollegen haben davon nicht nur die Nase, sondern auch einen ganzen Container voll. Und das alle zwei Wochen. „25 Kubikmeter Müll kommen schnell zusammen, auch jetzt ist der Container fast randvoll“, sagt der Straßenmeisterei-Leiter. Auch gestern war die Ausbeute groß. „Ruckzuck sind die blauen Säcke voll“, erklärt Straßenwärter Herbert Leide. Vieles habe er schon im Graben gefunden: „Vom toten Hasen bis zur Gummipuppe.“ Auch Jandt kann oft nicht glauben, was weggeworfen wird. „Jüngst hatten wir eine ganze Tresen-Einrichtung eines Verkaufswagens. Das entsorgt man doch nicht in der Natur“, moniert er. Und wenn doch, dann sind Jandt und Co. zur Stelle.

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