Fairtrade in Schwerin : Mehr als nur fairer Kaffee

Seit 25 Jahren am Markt: Der Weltladen in der Puschkinstraße feiert Jubiläum.
Seit 25 Jahren am Markt: Der Weltladen in der Puschkinstraße feiert Jubiläum.

Schweriner Weltladen ist der umsatzstärkste im ganzen Land und feiert im Sommer 25. Geburtstag

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30. Juni 2016, 21:00 Uhr

Ganz schön bitter schmeckte der erste fair gehandelte Kaffee, den es im Schweriner Weltladen vor 25 Jahren zu kaufen gab. Die Kunden griffen eher aus politischer Überzeugung zu, sie wollten ein Zeichen setzen für mehr Gerechtigkeit in der Welt, auch und vor allem im Handel. Heute gibt es immer noch sehr starke Kaffeesorten im Weltladen, die Auswahl ist allerdings viel größer geworden. Genauso wie der Kundenkreis und das Sortiment. Der Schweriner Weltladen ist mittlerweile der umsatzstärkste seiner Art in ganz Mecklenburg-Vorpommern, sagt Ralf Göttlicher vom Verein „Aktionsgruppe Eine Welt“. Der 25. Geburtstag wird in diesem Sommer gefeiert – politisch korrekt mit Live-Musik und einem Bildervortrag „Inside Peru“. Carlos Sanchez-Chinen, der in Peru geboren und aufgewachsen ist und seit 1993 in Mehringen lebt, hat seinen Beruf als Musiker eingetauscht, um mit dem fairen Handel seine Landsleute zu unterstützen. Der Peru-Abend, bei dem auch landestypische Speisen serviert werden, beginnt am Dienstag, 5. Juli, um 18.30 Uhr im Schleswig-Holstein-Haus. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Anfangs bot der Weltladen nur drei Stunden die Woche seine Waren feil, und zwar im Dombüro, donnerstags von 15 bis 18 Uhr. „Unsere Waren hatten wir selbst in Hamburg eingekauft“, sagt Ilona Rollin, die zur Gründungsgeneration gehört. Eine Freundin hatte sie für Fairtrade begeistert. „Bis zur Wende wusste ich von fairem Handel gar nichts.“

Schon im April 1991 gab es den ersten eigenen Weltladen in der Goethestraße, nah am Marienplatz. Ein Jahr später zog der Verein in die Lübecker Straße. Anfangs ging es vor allem um Bildungsarbeit. „Wir hatten dafür sogar vier ABM-Kräfte“, erzählt Ilona Rollin. Diverse Filmveranstaltungen, Schulprojekte, Seminare rund um den fairen Handel wurden organisiert.

Heute hat Fairtrade Einzug in die Supermärkte und damit in viel mehr Haushalte gefunden. Die Weltläden sind immer noch bunt und gemütlich, aber auch professioneller geworden. Ware wird heute nach Bedarf geordert, in Schwerin koordiniert mit Sabine Hilmes eine Fachfrau aus dem Einzelhandel die Bestellungen. Sie ist als Minijobberin angestellt, staatliche Förderung gibt es nur noch in Form von zwei FÖJ-Stellen. Seit 2007 ist der Weltladen anerkannte Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr. Vier Jahre zuvor war er in die Puschkinstraße 18 gezogen. Schräg gegenüber des Neustädtischen Palais hat er mittlerweile Öffnungszeiten wie ein ganz normales Geschäft, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr – doch Ehrenamt und vielfältige Informationen rund um die angebotenen Produkte sind immer noch die Basis von allem.

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