Jubiläum : Mehr als nur eine Arbeitsstätte

Hier werden Stahlseile bearbeitet und konfektioniert:  Thomas Stettner gibt den Gästen – Landrat Rolf Christiansen, Berno Thim von der Werkstatt-Leitung, Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm und Thomas Tweer (v.r.), Geschäftsführer des Diakoniewerkes Rampe, einen Einblick in seine Arbeit.
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Hier werden Stahlseile bearbeitet und konfektioniert: Thomas Stettner gibt den Gästen – Landrat Rolf Christiansen, Berno Thim von der Werkstatt-Leitung, Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm und Thomas Tweer (v.r.), Geschäftsführer des Diakoniewerkes Rampe, einen Einblick in seine Arbeit.

Crivitzer Werkstatt der Diakonie feiert 20-jährigen Bestehen und bietet Menschen mit psychischer Erkrankung Beschäftigung

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22. September 2015, 12:00 Uhr

„Das ist ja interessant“, sagt Nicole Ihde-Hohloch staunend. Die Sukowerin schaute sich gestern in den Werkstatträumen für behinderte Menschen in Crivitz um. Ihre Mutter arbeitet im Bereich Montage. Anette Ihde zeigt ihrer Tochter Raum für Raum und erklärt, was hier alles gemacht wird. Mit 62 Jahren sei sie hier die älteste Beschäftigte, sagt Anette Ihde, die in Banzkow zu Hause ist. Seit 2007 arbeite sie in der Crivitzer Werkstatt.

Die Betriebsstätte Crivitz besteht seit 20 Jahren, sie gehört zu den Ramper Werkstätten des Diakoniewerks Neues Ufer. Das Jubiläum wurde gestern in den Räumen im Settiner Weg 10 gefeiert – mit vielen Gästen.

30 Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer Erkrankung werden in Crivitz angeboten, informiert Berno Thim, Leiter der Ramper Werkstätten. So unter anderem in der Spankorbproduktion. Mit Hilfe alter Maschinen und Geräte werden hier Spankörbe etwa für Obst und Gemüse in unterschiedlicher Größen hergestellt. Die Körbe seien auch für Werbezwecke gefragt, so Thim. Derzeit gäbe es eine Anfrage für 30  000 kleine Spankörbe, erzählt er.

Zu den Angeboten gehört auch das Spleißen von Fenderleinen und die Konfektionierung von Bootszubehör. Im Bereich Montage und Verpackung werden Artikel für Großkunden aus Industrie, Handel, Behörden und Institutionen konfektioniert und kommissioniert. „Wir sind zudem tätig für eine Buchdruckerei aus Bad Schwartau“, zählt Berno Thim weiter auf. Die Korb- und Stuhlflechterei ist von Crivitz nach Schwerin umgezogen. Sie befindet sich jetzt in der Wismarschen Straße in einem Gebäude hinter dem „Salädchen“. So sei man näher an den Kunden dran.

Mit dem breiten Angebot von Arbeitsplätzen komme die Werkstatt den unterschiedlichen Neigungen und Fähigkeiten der Beschäftigten entgegen. So finde jeder eine Arbeit, die er übernehmen kann. Die Werkstatt sei für die Beschäftigten mehr als eine reine Arbeitsstätte, betont der Leiter der Werkstätten. Eine Vielzahl arbeitsbegleitender Angebote rundet das Profil ab. So gehören etwa Momente der Entspannung, Sport, Musik, kreatives Gestalten dazu.

Anerkennung zollte Rolf Christiansen, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, den Mitarbeitern des Diakoniewerks Neues Ufer Rampe, die sich in den Dienst der Menschen stellen. Seit 20 Jahren engagieren sich die Ramper Werkstätten für die Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft von Menschen mit seelischer Erkrankung.

Auch die Crivitzer Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm beglückwünschte die Einrichtung, die sich das Motto gab „Da sein“, zum Jubiläum. Und Thomas Tweer, Geschäftsführer des Diakoniewerks, betonte, dass hier jeden Tag eine tolle Arbeit geleistet werde.

Die festliche Veranstaltung begann mit einer Andacht, die Pastorin Ulrike von Maltzahn-Schwarz hielt. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Band „Ramper Werkstatt-Rabauken“. Kinder der evangelischen Kita überraschten mit einem Programm.

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