Friedrichsruher Frauen mit Herz und Hand : Mehr als 400 Kleider im Schrank

Der Fundus ist gut gefüllt: Andrea Bartz, Ingrid Osterloh und Jutta Senger präsentieren einige der Kleider, die bei den Modenschauen gezeigt werden.
Der Fundus ist gut gefüllt: Andrea Bartz, Ingrid Osterloh und Jutta Senger präsentieren einige der Kleider, die bei den Modenschauen gezeigt werden.

Gruppe „Drüber & Drunter“ bringt Mode aus dem 20. Jahrhundert auf Laufstege

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19. Februar 2018, 12:00 Uhr

Bei diesen Damen aus Friedrichsruhe geht es nicht drunter und drüber. Ihr Motto ist „Drüber & Drunter“. „Wir gestalten unterhaltsame Modenschauen mit Sachen aus dem 20. Jahrhundert“, erläutert Andrea Bartz, die gemeinsam mit Jutta Senger bei den Veranstaltungen die Moderation übernimmt. „Wir zeigen dabei mehr Teile, die drüber getragen werden.“ Nur ganz zum Schluss eines jeden Programms geht es aus drunter: Unterwäsche und Badesachen sorgen immer für einen humorvollen Abschluss bei den Auftritten.

Die gezeigten Stücke wurden dabei nicht für die großen Laufstege gefertigt. Die ersten Kleider haben die Friedrichsruher im Jahr 2000 aus den eigenen Schränken genommen. Bei einem Dorffest gab es damals eine professionelle Modenschau. Ingrid Osterloh hatte danach die Idee, so etwas Ähnliches selbst auf die Beine zu stellen. Wenig später bildeten drei Frauen unter dem Dach des Kultur- und Sportvereins Friedrichsruhe die Modegruppe. Um die zwölf Personen machen immer mit, heute sind es elf Frauen. „Wir hatten auch schon Jungs und Männer in der Truppe und würden uns über männliche Models freuen“, betont Jutta Senger.

Der Fundus gibt auf jeden Fall eine Präsentation von Damen- und Herren-Moden her. „Wir bekommen viele Sachen angeboten“, erzählt Ingrid Osterloh. „So will eine Frau aus Thüringen uns ihre Dirndl übergeben, die sie seit der Wende fürs Münchner Oktoberfest gekauft und dort getragen hat.“ Wenn das klappt, wäre es denkbar, eine Oktoberfest-Modenschau auf die Beine zu stellen. „Das ist kein Problem für uns“, fügt Andrea Bartz an. Denn jede Gala ist anders, wird dem Auftrittsort und dem Anlass angepasst.

Derzeit bereiten sich die Friedrichsruherinnen auf die Trammer Frauentagsfeier am 10. März vor. Die wird der erste von zehn bis zwölf Terminen in diesem Jahr. „Mehr schaffen wir nicht“, betont Jutta Senger. Denn die meisten der Damen sind berufstätig. Daher gibt es die Galas auch nur an Wochenenden. Andrea Bartz, Telefon 038723/80556, und Jutta Senger, E-Mail jutta.senger@web.de, koordinieren Anfragen und Termine.

Bei jeder Show werden um die 80 Kleider nebst passender Accessoires präsentiert. Bei einem Fundus von 400 Kleidern sei ein stetiger Wechsel kein Problem. Elegante Damen- und Herren-Garderobe aus den 1920er-Jahren sind die ältesten Stücke. Petticoats sind dabei, Selbstgeschneidertes aus der Nachkriegzeit und auch Dederonsachen aus den 1950er-Jahren. Stolz zeigt Ingrid Osterloh ein blaues Kleid aus einer englischen Manufaktur, bei der auch Lady Diana arbeiten ließ.

Die Kleider sind alle gut in Schuss, denn nach jedem Auftritt werden sie gewaschen und kontrolliert. Reparaturen nehmen zumeist Ingrid Osterloh und Jutta Senger vor. Die dafür notwendigen Kurzwaren bekommen die Friedrichsruher meistens geschenkt. „Manchmal müssen wir auch etwas Passendes im Internet suchen und kaufen“, fügt Andrea Bartz hinzu. Dafür und für die Fahrtkosten wird auch das Honorar verwendet, das die Frauen pro Auftritt erhalten.

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