Dreiste Diebe : Mehr als 100 junge Kiefern geköpft

Sauber abgetrennt: Waldeigentümer Manfred Werner zeigt zwei der mehr als 100 Kiefern, die von Unbekannten geköpft wurden.
Sauber abgetrennt: Waldeigentümer Manfred Werner zeigt zwei der mehr als 100 Kiefern, die von Unbekannten geköpft wurden.

Eigentümer Manfred Werner aus Uelitz ist fassungslos: Diebe schlugen am schützenden Waldsaum vor einer Schonung zu

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26. November 2015, 11:00 Uhr

Die mehr als 100 jungen Kiefern, die jetzt ohne Spitze dastehen, hat Manfred Werner vor zehn bis zwölf per Hand gepflanzt. „Jeden einzelnen Baum hier am Waldsaum habe ich mit dem Spaten eingesetzt“, erzählt der 66-Jährige. Insgesamt stehen hier mehr als 1000 junge Bäume, die der Uelitzer als Schutz und Windfang auf einem 300 Meter langen Abschnitt neben der Bahnstrecke von Ludwigslust nach Schwerin vor den privaten Wald gesetzt hat.

Am Mittwoch entdeckte der Rentner, dass dreiste Diebe im schützenden Waldsaum die Säge angesetzt hatten. Die am schönsten gewachsenen Kiefern wurden um etwa einen Meter gekürzt. „Die Spitzen wurden sauber abgetrennt“, erkennt Manfred Werner. „Das müssen die Diebe mit Handsägen gemacht haben, Motorsägen wären ja zu hören gewesen.“ Und sauber ist auch das Umfeld: Keine Baumspitze, kein Ast blieb auf dem Gemeindeweg zwischen Bahnstrecke und Wald liegen. „Die haben alles mitgenommen, müssen mit einem größeren Fahrzeug vorgefahren sein“, vermutet Manfred Werner.

Davon geht auch die Polizei aus. „Einen solchen Fall von Baumdiebstahl haben wir noch nicht gehabt“, erzählt Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. Denn Kiefern stehen bei den Tannenbaumdieben in der Vorweihnachtszeit eigentlich nicht auf der Wunschliste. Auch die Anzahl der Bäume fällt aus dem Rahmen. Hinzu kommt noch: Für Reisig sind Baumspitzen von Kiefern nicht gerade das beste Material. Dennoch war es wohl Diebstahl und kein schnöder Baumfrevel. Schließlich wurden mehr als 100 Bäume abgesägt und die Spitzen abtransportiert. Die Polizei hofft darauf, dass Zeugen zwischen Sonntag und Dienstag etwas an der Zugstrecke zwischen Rastow und Sülstorf bemerkt haben, Hinweise werden unter Telefon 03874-4110 entgegen genommen.

Weder die Polizei noch der Waldbesitzer wollen sich festlegen, wie hoch der Schaden ist. „Ich habe die Setzlinge gekauft, aber vor allem stecke ich viel Arbeit in meinen Wald – um ihn zu verjüngen.“ Jedes Jahr setzt Werner um die 500 Jungbäume unter alte Kiefern, auch Buchen, Eichen und Douglasien. So wird aus der alten Kiefernschonung ein Mischwald. Für den Eigenbedarf holt Manfred Werner aus dem Privatwald nur Brenn- und ein wenig Bauholz.

Am Waldsaum wird der Uelitzer nun wieder frische Setzlinge in die Erde bringen müssen. „Ich hoffe aber, dass die Hälfte der geköpften Kiefern durchkommt“, sagt Werner. Bäume werden daraus natürlich nicht mehr. Aber auch als Büsche könnten diese Kiefern im Waldsaum immer noch als Schutz und Windfang dienen.

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