Schweriner Polizei winkt ab : Mega-Knall wird kein Thema für die Ermittler

Der Mega-Knall von Mittwochnacht beschäftigt weiter die Schweriner. Gegen 23.10 Uhr hatte es so laut geknallt, dass es von Lankow bis zum Dreesch zu hören war. Das hatte zu einer Diskussion über die Ursache geführt.

svz.de von
27. Juli 2012, 07:46 Uhr

Schwerin | Der Mega-Knall von Mittwochnacht beschäftigt weiter die Schweriner. Gegen 23.10 Uhr hatte es so laut geknallt, dass es von Lankow bis zum Dreesch zu hören war. Das hatte im Internet zu einer ungewöhnlich regen Diskussion über die Ursache geführt (SVZ berichtete). Immer mehr Hinweise unserer Leser und Internet-User auf unseren Facebook-Seiten führen zu zwei jungen Männern, die einen entweder aufgerüsteten, selbst gebauten oder illegal in Polen besorgten Riesenböller in der Paulsstadt gezündet haben sollen.

"Das war wahrscheinlich ein selbst gebauter Böller", vermutet ein Kommentator. Ein weiterer ergänzt: "Ich habe sie gesehen - ja der Knall war wirklich beeindruckend - es war eine wunderschöne Leuchtrakete - in den Farben rot/orange." Weitere berichten von "lautem Gegröle" und Männern, die "ein extrem dickes Rohr" dabei hatten. Eine Leserin bestätigte das gestern telefonisch, sie habe zwei Männer unmittelbar nach dem Mega-Knall "an der Ecke Fritz-Reuter-Straße, Von-Thünen-Straße beobachtet und auch eine weiße Rauchwolke gesehen". Ein anderer Leser hält die geschossene Bombe allerdings für eher unwahrscheinlich: "Sie sind also mit einem extra dicken Rohr gegangen? Also bitte…"

Die Polizei wird jedenfalls nach jetzigem Stand keine Recherchen zur Sache durchführen, erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Ermittlungen würde es nur geben, wenn eine konkrete Anzeige erstattet würde. Das sei bislang nicht erfolgt.

Deshalb sind auch die Experten der Polizei nicht eingeschaltet worden. Diese halten jedoch einen Riesenböller, der durch ein Rohr geschossen wird, für eine mögliche Variante. "Wenn ein Böller oder auch eine selbst gebaute Rakete in der Innenstadt auf dem Boden gezündet würde, würden die Hauswände einen Großteil des Schalls auffangen", sagt Robert Mollitor, Leiter des Munitionsbergungsdienstes, auf SVZ-Anfrage. So weit wie der Mega-Knall von Mittwochnacht allerdings zu hören gewesen war, müsse der Böller schon über den Häusern gezündet worden sein. "Von dort kann sich der Schall ungehindert ausbreiten", sagt der Experte und schränkt gleichzeitig ein: "Ich kann aber auch nichts ausschließen, weil wir mit so etwas keine Erfahrungen haben." Er wisse aber von Bomben, die sich mit einem Rohr verschießen lassen. Diese gäbe es beispielsweise in Polen zu kaufen. "Das Zünden ist teilweise horrende gefährlich. Ich rate dringend davon ab", sagt Mollitor.

Diese Auffassung vertreten auch zahlreiche Kommentatoren auf unseren Internetseiten. "Mein Ding ist es nicht, vor allem, wenn man ein wenig Erfahrung im Umgang mit solchen Sprengmitteln hat", schreibt ein Leser unter www.svz.de. "Meine Hände, Augenlicht, Haut etc. sind mir zu wertvoll für solch einen Blödsinn."

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