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Kinderzentrum Schwerin : Medizinische Betreuung gebündelt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kinderzentrum am Lewenberg kann bald auch Patienten mit Behinderungen bis ins Erwachsenenalter hinein behandeln

von
erstellt am 03.Sep.2016 | 16:00 Uhr

Emma hatte einen schweren Start ins Leben: Mit nur 450 Gramm kam das kleine Mädchen deutlich zu früh zur Welt. Eine spastische Lähmung, die vor allem die Beine betraf, sowie eine leichte geistige Behinderung waren die Folgen. Schon drei Monate nach ihrer Entlassung von der Frühgeborenen-Intensivstation kam Emma in die Obhut der Mitarbeiter des Schweriner Kinderzentrums, einer sozialpädiatrischen Einrichtung. Dort wurde durch intensive Krankengymnastik nicht nur ihre Beweglichkeit gefördert, sondern durch Botox-Spritzen auch ihre Spastik gemindert. Und auch der Familie standen Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen stets zur Seite.

Doch mit dem nahenden 18. Geburtstag wird für Emma bald alles anders werden. Denn mit der Volljährigkeit fällt sie aus dem Zuständigkeitsbereich des Kinderzentrums. „Das ist ein deutschlandweites Problem“, sagt Prof. Dr. Peter Clemens vom Kinderzentrum. Statt Behandlung unter einem Dach drohe Patienten mit der Rücküberweisung an den Hausarzt ein Behandlungsmarathon. Im Fall von Emma müssten Physiotherapie, Logopädie, Orthopädie und Botox-Spritzen unter einen Hut gebracht werden. „Für die Familie gleicht dies einer Tortur“, sagt Prof. Clemens.

Doch das wird sich demnächst ändern. Im Schweriner Kinderzentrum, für das derzeit ein Neubau am Pappelgrund entsteht, gibt es Behandlungen für Kinder und Erwachsene künftig unter einem Dach. Möglich wird das durch eine Gesetzesänderung, die am 23. Juli 2015 in Kraft trat. „Am gleichen Tag haben wir den Antrag für ein Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) gestellt“, sagt Thomas Wagner, Geschäftsführer des Kinderzentrums. „Damit wollen wir aber keineswegs in Konkurrenz mit niedergelassenen Ärzten treten, sondern diese bestmöglich unterstützen. Unser Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Diagnostik. Dadurch können wir die Fördermaßnahmen regelmäßig anpassen“, erläutert Wagner.

Zunächst wollen die Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen des Kinderzentrums Patienten, die ins Erwachsenenalter kommen, weiter begleiten. Mit der Fertigstellung des Neubaus im Dezember stehen dafür zunächst zwei Räume zur Verfügung, die je nach Bedarf erweitert werden können.

Am Namen Kinderzentrum ändert sich übrigens nichts. Die MZBE wird stattdessen als weitere Tochtergesellschaft integriert.

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