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Landarzt-Praxis : Medizinerin übernimmt Praxis in Leezen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Allgemeinmedizinerin Carola Lunau eröffnet Anfang Mai ihre Landarzt-Praxis im Dorfzentrum – bis dahin nutzt sie die Räume ihrer Vorgängerin

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Auf diesen Moment hat Carola Lunau lange gewartet: Die Fachärztin für Allgemeinmedizin, zu Hause in der Gemeinde Cambs, eröffnet ihre eigene Landarztpraxis in Leezen. Anfang Mai soll es soweit sein. Mitten im Ort, ganz in der Nähe des Schlosses, in der Straße Zum Sperlingsfeld 1, werden die Räume im einstigen Spielcasino derzeit von der Gemeinde hergerichtet. Handwerker werkeln am Innenausbau. Gleich nebenan entsteht eine zweite Praxis, eine für Ergotherapie.

Bis ihre Räume fertig sind, nutzt Carola Lunau die Praxis ihrer Kollegin Beate Broda im Leezener Amselweg. Die Diplommedizinerin ist im Vormonat in den Ruhestand gegangen. Carola Lunau ist ihre Nachfolgerin und nimmt heute dort ihre Arbeit auf.

Die 43-Jährige stammt aus Schleswig-Holstein, genauer gesagt aus einem Dorf bei Rendsburg. Der Ort ist ähnlich groß wie Leezen. „Das ländliche Leben ist mir daher sehr vertraut“, sagt sie. Ihre Ausbildung hat die Ärztin in Hamburg und in Niedersachsen absolviert und unter anderem im Oldenburger Krankenhaus und in einer Landarztpraxis gearbeitet. Vor zwei Jahren zog ihre Familie – ihr Mann und die zwei Töchter – von Niedersachsen nach Mecklenburg, in die Gemeinde Cambs. Warum gerade Cambs? Carola Lunau erzählt: „Wir hatten in der Vergangenheit eigentlich kein beständiges Zuhause, zogen immer mal wieder aus beruflichen Gründen um.“ Einmal sogar nach Boston an die Ostküste der USA. Dort hatte ihr Mann, Doktor der Meeresbiologie, ein EU-Stipendium in der Küstenforschung bekommen. Es seien spannende Monate dort gewesen, aber richtig Fuß fassen konnten und wollten Lunaus dort nicht.

Als alle Vier wieder in Deutschland waren, hatten sie einen Entschluss gefasst: „Wir wollen auf dem Land leben.“ Ihre Suche nach dem passenden Wohnort gestalteten Lunaus allerdings ungewöhnlich. „Wir haben zuerst Ausschau nach einem Wohnort gehalten. Uns gefragt, wo wir uns wohl fühlen, wo wir leben können. Und natürlich gehofft, dort dann auch beruflich Fuß fassen zu können“, blickt Carola Lunau zurück.

Und so kam es: Lunaus schauten sich in Norddeutschland um. Ihre Idee von einer möglichen Auswanderung nach Skandinavien hatte sie inzwischen begraben. Eine ihrer Ausflüge mit dem Auto führte sie nach Cambs. Die 43-Jährige erinnert sich: „Wir waren 2011 erstmals in dieser Region, haben das Pfingstwochenende hier verbracht und die nähere Umgebung mit unseren Rädern erkundet. Die Gegend hat uns gleich gefallen. Überhaupt haben wir schnell gemerkt, dass alles passt: die Landschaft, die Menschen. Auch die Nähe nach Schwerin war uns wichtig.“ Ein passendes Haus hat die Familie über ein Inserat in der Schweriner Volkszeitung alsbald gefunden. Und dann ging alles schnell – mit dem Umzug und dem Neustart. Ihr Mann orientierte sich beruflich neu, eröffnete eine eigene Imkerei und Mosterei und setzt sich für den Schutz der Natur ein. Die Mädchen gehen in Schwerin zur Schule und haben sich gut eingelebt.

Zunächst arbeitete Carola Lunau in einer Hausarztpraxis in Garwitz bei Parchim. Als sich jetzt die Möglichkeit ergab, die Arztpraxis in Leezen zu übernehmen, musste sie nicht lange überlegen. Zumal sie die Arzthelferinnen Birgit Klein und Jana Zacher gleich mitübernehmen konnte. „Das ist ein Vorteil, den man gar nicht hoch genug schätzen kann. Beide sind hochqualifiziert, beide kennen sich bestens aus. Das ergänzt sich sehr gut.“ Die Räume für die neue Arztpraxis im Dorfzentrum mietet die Landärztin von der Gemeinde an. Es wird zwei Behandlungszimmer und einen Raum für Diagnostik geben. Die Kassenärztliche Vereinigung unterstützte von Anfang an die Pläne von Carola Lunau. Sie hätte auch in Schwerin eine Praxis übernehmen können, erzählt sie. „Aber ich wollte unbedingt auf dem Lande praktizieren. Ich finde, hier ist das Verhältnis zwischen Arzt und Patient intensiver. Und es geht nicht ganz so hektisch zu wie in einer Großstadt.“

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