zur Navigation springen

Konzert in Schwerin : Max Raabe: „Jogginghosen habe ich nicht“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Max Raabe kommt mit seinem Palast Orchester am 24. März nach Schwerin – im SVZ-Interview spricht er über seine Musik und Garderobe

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 12:00 Uhr

„Das hat mir noch gefehlt, dass du jetzt einen anderen liebst“ singt Max Raabe im Stile der 20er-Jahre und die Zuhörer fühlen sich in die Zeit der Schellackplatten zurückversetzt. Damals hat diese Musik die Sorgen des Alltags ein wenig in den Hintergrund treten lassen. Dass das heute immer noch funktioniert, beweisen Max Raabe und das Palast Orchester mit lässiger Eleganz. Am 24. März kommen sie nach Schwerin in die Sport- und Kongresshalle. Bert Schüttpelz sprach vorab mit dem Künstler über seine Musik und Garderobe.

Sie gehen fast jedes Jahr mit einem neuen Programm auf Tour. Woher nehmen Sie die Ideen?
Viele Ideen entstehen im Bus oder beim Zusammensitzen nach einem Konzert. Manchmal inspiriert der Text eines neu entdeckten Stückes, manchmal passiert etwas im Alltag oder während eines Konzertes, das uns inspiriert. Die Idee zum Kistenrennen in unserem neuen Programm ist beispielsweise entstanden, weil ein Kollege uns beim Buseinstieg im Zeitraffer mit seinem Mobiltelefon gefilmt hat. Die Aufnahme war lustig und erinnerte an alte Filme. Wir überlegten, wie wir das nutzen könnten.


Worum dreht sich Ihr neues Programm?

Unser neues Programm heißt „Das hat mir noch gefehlt“. Da lag die Idee nahe, unsere Fans zu fragen, was ihnen bisher gefehlt hat. Ein Teil der Stücke, die wir im Konzert präsentieren, sind erstmalig in einer besonderen Umfrage-Aktion vom Publikum gewählt worden, beispielsweise „La Mer“ oder „Kein Schwein ruft mich an“. Neu entdeckte Originale aus den 20ern gehören genauso dazu wie einige von Annette Humpe und mir geschriebene Lieder. Für besonders zauberhafte Lichtstimmungen sorgt wieder unser langjähriger Licht-Designer Dirk Lehmann mit Hilfe modernster Technik. Besonders freue ich mich über die Filmeinspieler, die wir wieder mit Regisseur Daniel Lwowski für die Bühne produziert haben.

Was begeistert Sie so an dem Sound der 20er-Jahre, dass Sie ihm seit vielen Jahren treu bleiben?
Wir spielen die wunderbaren Originalarrangements der 20er-Jahre, die oft wie gute Geschichten den Zuhörer in den Bann ziehen. Die Texte sind intelligent, charmant und voller Humor. Mir gefällt der Kontrast, den diese Musik zu aktuellen Live-Shows bietet, mit ihren unglaublichen technischen Ausstattungen, der Lautstärke, dem gleißenden Licht und den großen Gesten.

Sie haben immer Ihr Orchester an Ihrer Seite. Warum? Treten Sie manchmal auch solistisch auf?
Ja, ich habe auch ein Soloprogramm mit dem Pianisten Christoph Israel. Jede Auftrittsform hat ihren eigenen Charakter. Der Solo-Abend mit Israel ist intimer, ruhiger. Mit dem Palast Orchester schöpfen wir klanglich aus dem Vollen, die Arrangements nutzen das ganze Orchester. Zudem hat jeder Musiker auf der Bühne seine Rolle, der Zuschauer hat also viel mehr zu sehen.
Sie stehen immer geschniegelt und gebügelt auf der Bühne. Wie viele Anzüge und Lackschuhe haben Sie? Wer putzt Ihre Schuhe?
Ich putze selbst meine Schuhe. Über die Jahre haben sich mehrere Fräcke und Smokings angesammelt, gezählt habe ich sie nicht.

Was tragen sie Zuhause? Haben Sie auch eine Jogginghose?
Ich gönne mir zu Hause gewisse Nachlässigkeiten in der Garderobe, aber in einer Jogginghose laufe ich nie herum. Da ich nicht jogge, besitze ich so etwas nicht.

Wie halten Sie sich dann fit?
Ich fahre viel Rad und mache auch gerne lange Spaziergänge.

Sie sind häufig in Schwerin zu Gast. Was sagen Sie zur Stadt und zum Publikum?
Schwerin gefällt mir außergewöhnlich gut. Ich laufe gerne durch die Altstadt, das Schloss am Wasser ist traumhaft. Das Publikum ist mir sehr ans Herz gewachsen seitdem wir in Schwerin ein Konzert unter freiem Himmel gegeben haben und eine ganz besonders schöne Stimmung aufkam.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen