zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Kartoffelmaus : Maskottchen aus Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Marianne Böthfüer repräsentiert als Kartoffelmaus ihre Heimat Banzkow – und ist in den Tüffelwochen wieder richtig in ihrem Element

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Das erste Kostüm war genäht aus einem Kartoffelsack. Gekratzt hat es, aber das hat Marianne Böthfüer nicht gejuckt. Eine Kartoffelmaus ist nicht so empfindlich. Und Marianne Böthfüer ist eine Kartoffelmaus. Besser gesagt: Sie ist die Kartoffelmaus von Banzkow – und repräsentiert seit 16 Jahren ihr geliebtes Heimatdorf und die Lewitz im In- und Ausland.

Wer bist Du? Wo kommst Du her? Warum machst Du das? Wenn Kinder die Kartoffelmaus treffen, dann hat der Nachwuchs viele Fragen. Aber erst hat er Respekt. „Dann lasse ich die Kleinen mal meine Nase anfassen, und dann ist das Eis gebrochen“, weiß Marianne Böthfüer. Und auf die vielen Fragen hat sie natürlich Antworten. Wer ich bin? Die Kartoffelmaus aus der Lewitz. Und wo ist sie geboren? In den Köpfen einiger Banzkower, die im Jahr 2000 zur 700-Jahr-Feier des Dorfes auf der Suche nach einem Maskottchen waren, um mit etwas Ausgefallenem das Dorf zu bewerben. „Und ich hatte sofort Lust, dieses Maskottchen zu sein“, sagt Marianne Böthfüer. 40 Jahre lang war sie Erzieherin in der Kita Neddelradspatzen. „Ein wunderbarer Job. Einen besseren hätte ich gar nicht haben können“, schwärmt sie noch heute. Die Arbeit mit dem Nachwuchs, erzählt die gebürtige Banzkowerin, habe ihr immer Spaß und viel Freude bereitet. Und als Maus verkleidet, das stand für sie fest, gibt es ganz viele Berührungspunkte mit Kindern.

Erst zieht sie die Hose über, dann kommen Jacke und Lätzchen. Danach die Nase und die Mütze auf – fertig ist die Kartoffelmaus. Rund 450 Mal, schätzt Marianne Böthfüer, habe sie sich schon in die Kartoffelmaus verwandelt. Anlässe dazu, die gab es ja auch reichlich. Dorffeste, Erntefeste, Grüne Woche in Berlin, Mela in Mühlengeez – die Kartoffelmaus ist mit dabei und zeigt, wie schön Banzkow und die Lewitz sind. Und als Botschafterin des Dorfes war die Kartoffelmaus auch schon auf großer Europa-Tour. „21 Länder haben wir bereist“, sagt Karl-Friedrich Böthfüer, der seine Frau ständig begleitet, ihr sogar vor einigen Jahren ein Mäusenest gebaut hat, das per Anhänger mit auf die Reise genommen werden kann. 2010 hat Banzkow gemeinsam mit Westerstede die Bundesrepublik im Zuge des europäischen Wettbewerbs „Entente Florale “ – ein europaweiter Städtewettbewerb zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität – in Italien vertreten. „Und danach haben wir uns gedacht, alle europäischen Teilnehmer an diesem Wettbewerb einmal zu besuchen“, sagt Karl-Friedrich Böthfüer. Und so stand 2012 zuerst eine Osteuropa-Fahrt an. Tschechien oder Slowakei, Ungarn oder Serbien – überall wurde die Maus aus Banzkow offiziell und herzlich empfangen. Eine Westeuropa-Tour und eine Fahrt durch die Ostsee-Anreiner-Staaten folgten in den Jahren danach. „21 Länder haben wir besucht. 25000 Kilometer zurückgelegt. Das waren tolle Erlebnisse“, sagt die Kartoffelmaus, die sich in Banzkow aber am wohlsten fühlt.

Und in der Lewitzregion haben jetzt die Tüffelwochen begonnen, wo sich alles um die Erdäpfel dreht, die dort seit 1766 auf der Speisekarte stehen. Und die Maus hat wieder viel zu tun, um sich bei vielen Veranstaltungen auszutauschen. Ihr Kostüm-Verschleiß ist hoch, mehrere Hosen und Jacken aussortiert. Risse und Löcher in der Mäuse-Kleidung, das blieb nicht aus. Mittleweile wird sie aus Sackleinen genäht, die Jacke ausgefüttert. Kratzig ist es nicht mehr. Aber das hat die Kartoffelmaus eh nicht gejuckt.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen