Schweriner Hafenquartier : Markt muss nach 25 Jahren weichen

Etwas wehmütig blicken Jonny Saß und Dirk Wittke (r.) auf ein Vierteljahrhundert Geschäftstätigkeit am Ziegelinnensee zurück. Sie haben aber noch eine Filiale auf dem Dreesch .
Etwas wehmütig blicken Jonny Saß und Dirk Wittke (r.) auf ein Vierteljahrhundert Geschäftstätigkeit am Ziegelinnensee zurück. Sie haben aber noch eine Filiale auf dem Dreesch .

Unternehmer starteten 1990 Verkauf am Kranweg, jetzt soll die Halle weg

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23. November 2017, 08:00 Uhr

Ja, ein bisschen wehmütig schauen sie schon auf den Abverkauf in ihrem Fachmarkt für Haushaltsgeräte am Kranweg. Das geben die Unternehmer Jonny Saß und Dirk Wittke unumwunden zu. Schließlich haben sie die Halle mit ihren eigenen Händen zum Verkaufsmarkt ausgebaut und 25 Jahre darin gearbeitet. Jetzt müssen sie raus mit ihrem Euronics-Fachmarkt für Haushaltsgeräte. Der Eigentümer des Gebäudes hat den Mietvertrag gekündigt. Er will das Gebäude genau wie die angrenzenden Flächen verkaufen. Ein Investor steht auf der Matte, der in dem attraktiven Areal nur einen Steinwurf vom Wasser des Ziegelinnensees entfernt Wohngebäude errichten will.

„Wir danken unseren Kunden, dass sie uns so viele Jahre die Treue gehalten haben“, sagen Jonny Saß und Dirk Wittke unisono. Denn sie haben eine große Stammkundschaft, die sie zum Teil schon über Jahrzehnte kennen. „Der Standort war für einen Fachmarkt von Beginn an schwierig. Das Geschäft lief dennoch gut, weil wir mit persönlicher Beratung, Kompetenz, Service und fairen Preisen punkten konnten“, erzählt Saß. „Am Anfang steht immer die Bedarfsanalyse. Dann wird das für den Kunden genau richtige Gerät gefunden und zwar nicht das größte und teuerste, sondern das passende“, erläutert Wittke. Das hätten die Schweriner von Anfang an zu schätzen gewusst.

„Als wir 1990 hier anfingen, sah das ganze Gelände chaotisch aus. Keramik hatte die Backofenproduktion eingestellt, rund herum waren Kasernen und Lagerhallen, am Kai standen noch vier Kräne, in der Nähe begann das Rotlichtmilieu. Doch der Bedarf an moderner Haushaltstechnik war so kurz nach der Wende auch in Schwerin riesengroß“, erinnert sich Saß. „Wir waren schon in Parchim am Markt und suchten nun in Schwerin dringend Verkaufsräume. Da haben wir uns für diese Halle entschieden, die ein Bekannter aus Schleswig-Holstein gekauft hatte“, erzählt Wittke. Sie wurde ausgebaut und gedämmt, „mein Vater hat beim Innenausbau geholfen“, berichtet Saß. Dann begann der Verkauf – mit selbst geschultem Personal. „Die Leute kamen damals noch mit Anhängern zum Einkauf von Kühlschränken und Waschmaschinen, Lieferservice war noch weitgehend unbekannt.“ Viele dieser ersten Kunden seien geblieben, weil sie sich gut beraten fühlten, sagt Saß. Das sei bis heute ein Erfolgsrezept.

Doch jetzt ist Schluss am Standort Kranweg. „Wir behalten aber unsere zweite Schweriner Filiale auf dem Großen Dreesch“, betont Wittke. Dahin werde auch das Verkaufspersonal wechseln. „Jetzt aber machen wir hier am Kranweg den Abverkauf zu sehr günstigen Preisen.“

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