Stolperfallen : Marienplatz verunsichert Senioren

Begehung auf dem Marienplatz: Wilfried Kroh (r.) und Siegfried Schwinn vom Seniorenbeirat erklären SVZ-Redakteurin Juliane Haendschke die möglichen Gefahrenstellen.  Fotos: Reinhard Klawitter (3)
1 von 3
Begehung auf dem Marienplatz: Wilfried Kroh (r.) und Siegfried Schwinn vom Seniorenbeirat erklären SVZ-Redakteurin Juliane Haendschke die möglichen Gefahrenstellen.

Beirat der Stadt bestätigt Gefahrenstellen auf Schwerins zentralem Platz und macht Vorschläge für eine bessere Orientierung

von
30. Juli 2014, 12:00 Uhr

Nach dem Stadt und Polizei den Marienplatz als sicher einschätzen (SVZ berichtete), meldet sich jetzt der Seniorenbeirat zu Wort. Es sind zwar wenige Vorfälle dokumentiert, aber „für ältere Menschen ist der Trubel eine Herausforderung“, sagen Wilfried Kroh und Siegfried Schwinn vom Seniorenbeirat. Der Beirat ist das politische Sprachrohr für die Älteren der Landeshauptstadt. Immer wieder melden sich Betroffene im Büro des Gremiums im Stadthaus und erzählen, was sie verunsichert. „Der Marienplatz mag für Jüngere ein ganz normaler Ort sein, für Ältere gibt es aber mehrere schwierige Stellen – und einige kluge Vorschläge“, sagt Siegfried Schwinn.

Auf dem Marienplatz herrscht tagsüber viel Trubel: Für Lieferverkehr, Taxen und Fahrräder ist der Platz frei. Das steht auf Schildern an den Zufahrten zu Schwerins zentralem Platz. Busse und Bahnen fahren im Minutentakt. Dazu kommen hunderte Fahrradfahrer und täglich etwa 27 500 Fußgänger. Schon allein dieses hohe Aufkommen verunsichert ältere Generationen.

Was für viele Jüngere kein Problem darstellt, erscheint für Menschen mit Gehbehinderung, schlechtem Seh- und langsamer werdendem Reaktionsvermögen schon in einem ganz anderen Licht. „Eine Erleichterung wäre es, wenn die Hauptwege farblich hervorgehoben werden würden“, erklärt Siegfried Schwinn. Die Strecken vom Schlosspark-Center zur Schlossstraße und von der Schlossstraße hinüber zur Helenenstraße könnten so das Sicherheitsgefühl für Fußgänger erhöhen und Radfahrer zu mehr Vorsicht aufrufen. Ein Schweriner hatte dem Seniorenbeirat eine Art Zebrastreifen vorgeschlagen. „Vor allem die quer fahrenden Radfahrer verursachen Unsicherheit“, so die beiden Schweriner weiter. Hinzu kämen viel zu wenige Abstellmöglichkeiten für Drahtesel. „Die stehen manchmal so wild und eng, dass Passanten kaum noch durchkommen“, so Wilfried Kroh.

Auch die zwar behindertengerechte, aber doch irgendwie unpraktische Erhöhung der Bahnsteige wird immer wieder zur Stolperfalle. Senioren mit Rollator würden beim Aussteigen darauf manchmal gar nicht gefasst sein – „ebenfalls eine Gefahrenstelle“, fügt Siegfried Schwinn an. Gleiches gelte für den Regenablauf, der mit einer wenige Zentimeter hohen Schwelle geführt wird (SVZ berichtete). „Umknickgefahr“, sagt Wilfried Kroh nur kurz.

„Kurz nach der Sanierung waren alle begeistert, aber an einigen Stellen müsste nachgebessert werden“, meint der Chef des Beirates abschließend. „Auch die Uhrzeit ist bei starker Sonneneinstrahlung nur schlecht zu entziffern, aber das ist nur eine weitere Kleinigkeit.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen