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Ausnahmezustand in der Schweriner City : Marienplatz: So wird gebaut

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Der Bauablauf-Plan für den Marienplatz steht. Von März bis November werden Umleitungen, Verkehrsbehinderungen, Absperrungen und Lärm wahrnehmbar sein. SVZ stellt die Bauphasen-Planung vor.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2012 | 07:57 Uhr

Altstadt | Der Bauablauf-Plan für den Marienplatz steht. Jedenfalls in seiner vorläufigen Version, die von günstigen Arbeits- und Wetterbedingungen ausgeht. In fünf Phasen hat das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro ICN die Mega-Baustelle unterteilt. Für Planer und Technik ändert sich auf dem Marienplatz fast wöchentlich etwas - der unbedarfte Kunde wird in den Monaten von März bis November vor allem Umleitungen, Verkehrsbehinderungen, Absperrungen und Lärm wahrnehmen. SVZ stellt die Bauphasen-Planung vor - situationsbedingte Änderungen behalten sich die Ingenieure aber vor:

Phase I vom 23. März bis 5. April: Das ist der vielleicht spektakulärste Teil der gesamten Arbeiten. In diesen zwei Wochen beginnt der Tiefbau zeitgleich an drei Stellen quasi über den gesamten Platz. Weil alles sehr schnell gehen muss, wird es voraussichtlich Nacht- und Wochenendarbeit geben. Während der Startphase fahren nicht mal die Straßenbahnen - denn die Schienen sind weg. Die Tiefbauer müssen nämlich auch unters Gleisbett: Abwasserkanäle sollen saniert und Trinkwasserleitungen überprüft bzw. verlegt werden. Das eigentliche Entfernen der Gleise ist nach Schätzungen von Lothar Matzkeit, Technischer Leiter beim Nahverkehr, lediglich eine Sache "von Stunden" und weder besonders laut noch besonders schmutzig. Beim Vorbereiten der Tiefbaugruben könnte es heftiger werden, denn dafür müssen Träger vorgebohrt und in den Boden gerüttelt werden.

Die insgesamt drei großen Baustellenflächen werden gut sichtbar mit Schrankenzäunen abgesperrt, Fußgänger werden mittels Wegweisern geführt, sagt Jörg Zimmermann vom Büro ICN.

Nach dem Tiefbau wird der Boden geschlossen und der Nahverkehr stellt die Gleise auf der westlichen Seite provisorisch wieder her, so dass vom 6. April an Bahnen wieder über den Marienplatz fahren. Die Haltestellen werden in die Wismarsche Straße und an den Totendamm verlegt .

Bauphase II vom 10. April bis 30. Mai: In dieser Zeit wird vor allem die östliche Gleisanlage neu gebaut und die Oberfläche befestigt. Außerdem beginnen bereits die Straßenpflasterarbeiten an der Marienplatz-Galerie. So genannte Baustellen einrichtungsflächen, unter anderem für Material und Fahrzeuge, wird es in dieser Zeit vor allem auf dem Platz vor der Sparkasse geben. Im Gleisdreieck beginnt jetzt erst der Tiefbau.

Bauphase III a vom 31. Mai bis 8. Juli: Das Gleis im Osten ist fertig, darauf fahren die Bahnen der Linien 1, 2 und 4. Gebaut wird nun an der benachbarten Seite. Gleichzeitig wird bereits die Fahrbahnfläche im Gleisnahbereich auf Höhe Sparkasse gepflastert. Baustelleneinrichtungsflächen befinden sich auf dem Gleisdreieck und am Beginn der Schlossstraße. In dieser Phase wird auch auf einem 40 Meter langen Teilstück der Helenenstraße eine Gasleitung neu verlegt. Anschließend bekommt die Straße ihre Asphalt-Oberfläche zurück. Die Helenenstraße selbst wird erst 2013 saniert.

Bauphase III b (1) vom 9. Juli bis 22. Juli: Die Gleise werden verlegt und der Gleisbereich gepflastert. Auch im Fußgängerbereich an der Marienplatz-Galerie und vor der Sparkasse werden jetzt die Steine verlegt.

Bauphase III b (2) vom 23. Juli bis 3. August: Der Platz vor der Sparkasse wird fertig, Restarbeiten an der Oberfläche des West-Gleises werden ausgeführt. Die Pflasterer sind jetzt auf dem Gehweg vor der Deutschen Bank aktiv.

Bauphase IV (1) vom 4. August bis 10. September: "Vom 6. August an will der Nahverkehr wieder auf allen Gleisen fahren", sagt Lothar Matzkeit. Die Haltestelle auf der Marienplatz-Ostseite soll Anfang September in Betrieb genommen werden. Der Platzseite auf Höhe Schlossstraße wird gepflastert, ebenso das Gleisdreieck, wo auch ein Wasserspiel eingebaut werden soll.

Bauphase IV (2) vom 11. September bis 6. Oktober: Die Verkehrsflächen im Süden werden saniert - vom Totendamm bis hinauf zum Haupteingang des Schlosspark-Centers. Der bleibt zur Hälfte frei zugänglich. Gepflastert wird zeitgleich im Fahrbahnbereich Deutsche Bank.

Bauphase V vom 8. Oktober bis 30. November: Sanierung und Pflasterung der letzten Verkehrsflächen im westlichen Platz. Die Arbeiten beginnen am Haupteingang des Schlosspark-Centers und wandern nach Norden bis zum Beginn der Lübecker Straße.

Grundsätzliches: Alle Eingänge zu Geschäften und Gebäuden am Marienplatz bleiben in der gesamten Bauphase zugänglich, versprechen die Planer. Nur wenn direkt vor der Tür das Pflaster gelegt wird, kann es zu Behinderungen kommen. Ein Baustellenlogistiker soll für die reibungslose Koordinierung der Anliefer- und Abräumfahrzeuge sorgen. Laster warten nicht rund um den Marienplatz, sondern weit entfernt vom Zentrum. Sie werden per Funk verständigt, wenn sie anrollen dürfen.

Das neue Fußgänger-Pflaster für den Marienplatz entspricht dem in der Mecklenburgstraße aus hellen Betonplatten in der Größe 40 mal 60 Zentimeter. Der Straßenbereich erhält ein rötliches Natursteinpflaster in den Maßen 20 mal 30 Zentimeter.

Ängste: Wetterkapriolen, beschädigte Leitungen oder ungeahnte Insolvenzen könnten den wohl durchdachten Ablauf ins Wanken bringen. Beispiel: "Bei Bodenfrost sind Tiefbauarbeiten an Leitungen unmöglich", sagt Lothar Matzkeit. "Aber erfahrungsgemäß ist es Ende März warm genug." Und: "Vor Insolvenzen der Subunternehmer ist man natürlich nie gefeit. Wir prüfen vor der Vergabe die Wirtschaftslage der Unternehmen aber sehr sorgfältig und versuchen, durch die konkreten Ausschreibungen schwarze Schafe abzuschrecken."

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