Schwerin : Marienplatz noch ohne Kameras

<p>Polizei auf dem Marienplatz:  Künftig sollen Kameras dort die Situation überwachen. </p>

Polizei auf dem Marienplatz:  Künftig sollen Kameras dort die Situation überwachen.

Technische Vorbereitungen für Videoüberwachung laufen. Viele Bürger fühlen sich trotz Polizeipräsenz nach wie vor unsicher

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04. Januar 2018, 21:00 Uhr

So viel ist klar: Die Videoüberwachung auf dem Marienplatz kommt. Und lange wird es nicht mehr dauern, bis die ersten bewegten Bilder bei der Polizei auflaufen. An welchen Tag genau die Kameras installiert werden, steht aber noch nicht fest. „Die technischen Vorbereitungen laufen“, sagt Polizeisprecherin Sophie Pawelke. In Kürze werde es ein Gespräch mit allen Beteiligten geben, um den weiteren Fahrplan abzustecken, Zahl und Standorte der Kameras festzulegen.

Ein wichtige Hürde wurde bereits genommen: Die Firma Comtechnik Funk GmbH aus Bargeshagen im Landkreis Rostock hat den Zuschlag für die technische Umsetzung der Videoüberwachung erhalten (SVZ berichtete). Ein erstes Treffen der Polizei mit Vertretern der Firma habe es bereits gegeben, erklärt Pawelke.

Stadtpolitik und Polizei hatten Anfang vergangenen Jahres entschieden, den Marienplatz mit Videokameras auszustatten, um so Straftaten zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Hintergrund waren wiederholte gewalttätige Auseinandersetzungen, insbesondere zwischen Zuwanderern. Die Umsetzung des Beschlusses, die Wirkung von Kameras auf dem Platz zu testen, verzögerte sich jedoch immer wieder. Dabei spielten technische, aber auch datenschutzrechtliche und finanzielle Fragen eine Rolle.

Auch 2017 habe es Vorfälle auf dem Marienplatz gegeben, jedoch deutlich weniger als im Jahr zuvor, sagt Schwerins Polizeichef Lutz Müller. „Ich sehe darin einen Erfolg unserer Präsenzstreife.“ Die Streife binde allerdings erhebliche Kräfte, sei nur durch die Unterstützung der Bereitschaftspolizei möglich. Außerdem fühlten sich viele Bürger auf dem Marienplatz trotzdem nach wie vor unsicher, schildert Müller. „Es ist deshalb wichtig, dass wir die Videoüberwachung nun schnell einrichten.“

Für Bestürzung hatte im Januar vergangenen Jahres eine Massenschlägerei im Umfeld des Marienplatzes gesorgt, in die zwei Gruppen von Zuwanderern verwickelt waren. 30 Männer schlugen aufeinander ein. Die Polizei verhängte daraufhin Aufenthaltsverbote, verstärkte ihre Kräfte in der Innenstadt. Immer wieder wird seither auch die Forderung nach einer Polizeiwache auf dem Marienplatz erhoben, treten Bürger für ein stärkeres Durchgreifen der Behörden gegen kriminelle Ausländer ein.

Claudia Lange, Sprecherin der Schweriner Staatsanwaltschaft, kennt diese Forderungen. Aber für die vorwiegend jungen Zuwanderer würden auch die Strafprozessordnung und das Jugendgerichtsgesetz gelten, sagte sie nach dem Vorfall vor einem Jahr. „Und im Mittelpunkt des Jugendstrafrechts steht nun mal der Erziehungsgedanke.“

Dass die Polizei die Weichen für die Videoüberwachung nun bis zum Frühjahr stelle, werde von der Stadt ausdrücklich begrüßt, sagt Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum. „Mit den Kameras erfüllen wir auch den Wunsch vieler Händler.“

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