zur Navigation springen

Großbaustelle Schwerin : Marienplatz: Das Chaos bleibt aus

vom

Lärm, Dreck, Baustellenfahrzeuge, Havarien und Kunden, die das Stadtzentrum meiden - das Unbehagen vor der Großbaustelle Marienplatz war im Vorfeld gewaltig. Doch das Erstaunen ist groß: Fast alles verläuft reibungslos.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2012 | 08:13 Uhr

Altstadt | Lärm, Dreck, Baustellenfahrzeuge, Havarien und Kunden, die das Stadtzentrum meiden - das Unbehagen vor der Großbaustelle Marienplatz war im Vorfeld gewaltig. Und fast genauso gewaltig ist jetzt auf vielen Seiten das Erstaunen darüber, dass fast alles reibungslos funktioniert. Zwei kurze Stromausfälle, die zeitweilige Verstopfung einiger Hausanschlusskanäle und etwas längere Standzeiten eines Baukrans auf einer Stellplatzanlage - so sehen die Probleme aus, mit denen sich Logistiker und Projektkoordinator zur Zeit herumschlagen müssen. Oder in anderen Worten: "Die Beschwerdelage ist sehr entspannt", fasst Reinhard Henning zusammen, der auf der Großbaustelle den Hut aufhat.

Die Vorschusslorbeeren, die der ehemalige Buga-Koordinator geerntet hat, scheinen ganz und gar gerechtfertigt. Denn knapp vier Wochen nach Baubeginn sind die Anlieger noch immer des Lobes voll. "Eine kurze Zeit lang war die Eingangssituation zu den Schweriner Höfen massiv verbaut", erzählt Manager Uwe Förster. "Ein Anruf bei Reinhard Henning hat genügt, schon war alles wieder frei. Er ist wirklich ein hilfsbereiter Pragmatiker. Von dieser Sorte würde ich mir mehr Menschen in der Stadtverwaltung wünschen." Zurzeit stecken die Schweriner Höfe noch selbst mitten in der Umbauphase. "Deshalb merken wir vom Marienplatz gar nicht so viel", so Förster weiter. "Subjektiv haben wir aber den Eindruck, dass alles da draußen sehr schnell geht und der Zeitplan eingehalten wird."

Dem kann Reinhard Henning nichts hinzufügen. Aktuell habe er keine "Vorgänge auf dem Tisch". Vor allem in der ersten Bauphase habe es ab und an mal kurz gekniffen, aber da sei sofort reagiert worden. Mittlerweile seien die harten zwei Wochen mit den 24-Stunden-Arbeiten vorbei. Die aktuelle Bauphase Nummer zwei dauert bis 30. Mai. Dabei wird vor allem die östliche Gleisanlage neu gebaut und die Oberfläche befestigt. Außerdem beginnen bereits die Straßenpflasterarbeiten an der Marienplatz-Galerie. Im Gleisdreieck auf der Mitte des Platzes werden jetzt die Tiefbauarbeiten ausgeführt.

Klaus Banner, Manager des Schlosspark-Centers, hatte die Bauarbeiten vor ihrem Beginn eine "Operation am offenen Herzen" genannt. Die OP läuft zurzeit offenbar ganz gut: Die Begehbarkeit des Centers sei gewährleistet, bei der Anlieferung gäbe es keine Probleme und auch Kundenverluste gäbe es offenbar nicht zu beklagen. Dass das Center-Parkhaus dieser Tage besonders gut genutzt wird, da in der City einige Stellplätze wegfallen und die Verkehrslage durch Bus-Umleitungen angespannt bleibt, sieht Banner ein bisschen anders: "Das ist immer voll", sagt er.

In der gegenüberliegenden Marienplatz-Galerie machen sich die Arbeiten sogar positiv bemerkbar: Die Schlemmermeile im Basement ist dieser Tage besonders gut besucht - auch von Bau arbeitern. Natürlich bleibt die Großbaustelle nicht unbemerkt, doch Stress und Belästigung halten sich in akzeptablen Grenzen, so der Tenor der Anlieger.

Auch die Apotheke am Marienplatz, die in der ersten Bauphase ein wenig abgeschnitten war vom übrigen Geschehen, hat sich mit der Situation gut arrangiert, so Inhaber Heiner Sellmann. Die Anlieferer transportieren Medikamente und andere Waren mit Sackkarren über den Platz, bis zum vergangenen Wochenende gab es "Baustellenrabatt" für die Kunden.

Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt ist ebenfalls "mehr als zufrieden" mit dem ersten Baustellen-Monat. Die Arbeiten an und unter den Gleisen liegen voll im Plan, die Umsteigeverbindungen klappen reibungslos. "Wir haben auch keine Beschwerden von Fahrgästen", so Klatt. "Die Schweriner haben sich auf die besondere Situation wirklich sehr gut eingestellt."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen