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Sicherheit in Schwerin : Marienplatz bleibt ohne Polizeiwache

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Innenminister Lorenz Caffier lehnt Umzug der Beamten von der Schlossstraße ab und setzt dagegen auf Streifendienst

von
erstellt am 07.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen: Die Stadtvertreter haben mehrheitlich für Videokameras auf dem Marienplatz gestimmt. Doch es gibt auch Stimmen, die sich gegen diese Art der Überwachung aussprechen und statt dessen eine Polizeiwache am zentralen Platz der Stadt fordern – so, wie es sie vor Jahren bereits gab.

„Die Polizei gehört in die Innenstadt“, schreibt SVZ-Leser Reginald Rink. „Die Wirksamkeit des Rechtsstaates darf sich nicht nur auf das Funktionieren von Ordnungsämtern reduzieren.“

„Kameras verhindern keine Straftaten“, sagt Hagen Brauer, der Vorsitzende der AfD in der Stadtvertretung. Auch der fordert eine Polizeiwache auf dem Marienplatz. „Damit wäre das Geld wesentlich besser eingesetzt.“ Gegenwind bekommt Brauer von der CDU. Deren Fraktionschef Sebastian Ehlers wundert sich: „ Die AfD will überall Videoüberwachung, nur am Marienplatz nicht.“

Auch die Bündnisgrünen und die Links-Fraktion fordern statt Kameras mehr Polizeipräsenz auf dem Marienplatz, damit dort Straftaten in Zukunft verhindert werden und wieder Ruhe und Ordnung einziehen.

Doch eine Polizeiwache wird es am Marienplatz nicht wieder geben. Das macht Innenminister Lorenz Caffier auf klar. „Die Polizei ist nach wie vor im Zentrum der Landeshauptstadt präsent. Die Räumlichkeiten, die die Polizei früher am Marienplatz genutzt hatte, waren dauerhaft weder geeignet noch zweckmäßig, um den Anforderungen im Sinne von Bürgerfreundlichkeit sowie den polizeilich erforderlichen Belangen zu genügen. Aufgrund von fehlenden Alternativen am Standort Marienplatz, musste die Polizei umziehen“, sagt der Minister auf SVZ-Anfrage. „Sicherheit für die Bürger entsteht vor allem durch Polizeibeamte, die vor Ort ansprechbar sind. Die Polizei kann ihre Aufgaben nur durch einen flexiblen Personaleinsatz erfüllen. Deswegen setzt die Polizei aufgrund der aktuellen Lage am Marienplatz auch ein Präsenzkonzept um. Ein ergänzender Beitrag zur Gewährleistung der Sicherheit soll auch durch technische Maßnahmen wie beispielsweise die Videoüberwachung erreicht werden“, so der Innenminister.

Noch in den 90er-Jahren befand sich die Polizeiwache im Rokkoko-Haus in der Schlossstraße. Sie zog dann um in die Zentrale der Sparkasse und hatte einen eigenen Eingang direkt vom Marienplatz aus. Weil aber die räumlichen Verhältnisse dort sehr beengt waren, zog die Polizei nach der Sanierung ihres ursprünglichen Domizils wieder zurück in die Schlossstraße – rund 200 Meter vom Marienplatz entfernt.

Allerdings: In der Polizeiwache Mitte erreicht man längst nicht immer einen Beamten. In der Woche ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen ist zu. Wer dann ein Problem hat, muss sich an das Polizeihauptrevier in der Graf-York-Straße wenden. Die Telefonnummer steht am Eingang der Schlossstraße angeschlagen. Das Hauptrevier liegt jedoch am Rande der Stadt. Bis von dort Hilfe am Marienplatz eingetroffen ist, kann einige Zeit vergehen.

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