Schwerin : Marienplatz: Alles im Zeitplan

Orange wie bei einem Länderspiel der Holländer: Mehrere Unternehmen arbeiten gleichzeitig und auch weiterhin rund um die Uhr auf dem Marienplatz. Wenn es nachts einmal etwas lauter wird, werden die Anlieger per Handzettel vorher informiert. Gert steinhagen
Orange wie bei einem Länderspiel der Holländer: Mehrere Unternehmen arbeiten gleichzeitig und auch weiterhin rund um die Uhr auf dem Marienplatz. Wenn es nachts einmal etwas lauter wird, werden die Anlieger per Handzettel vorher informiert. Gert steinhagen

Wer derzeit zum Einkaufen in eins der Schweriner Center oder zur Haltestelle des Nahverkehrs möchte, sollte sich gut orientieren. Denn die Straßenbahn hält jetzt in Höhe des Capitols, die Wegeführungen ändern sich oft.

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04. Mai 2012, 07:22 Uhr

Altstadt | Im Schritttempo schiebt sich eine Straßenbahn über den Marienplatz. Auf der einen Seite Bauzäune, auf der anderen rege Bautätigkeit im Nachbargleis. Fußgänger queren den Platz über zwei fünf Meter breite Holzbrücken, die über das Baufeld führen. Absperrungen leiten die Passanten auf der größte Baustelle in der Landeshauptstadt um Gefahrenstellen herum.

Wer derzeit zum Einkaufen in eins der Center in Schwerins Mitte oder zur Haltestelle des Nahverkehrs möchte, sollte sich gut orientieren. Denn die Straßenbahn hält jetzt in der Wismarschen Straße in Höhe des Capitols und immer wieder werden die Wegeführungen verändert. "Die Baustelle lebt", sagt Reinhard Henning, der als Koordinator den Überblick haben muss. "Derzeit liegen wir sehr gut im Plan."

Immer wieder wurde in den zurückliegenden Wochen Hennings Sachkenntnis gefordert. "Wir fanden Leitungen, die keiner kannte und die auf keinem Plan eingezeichnet waren", sagte der ehemalige Technische Leiter der Buga. "Da musste dann schon mal schnell entschieden werden: Kann weg oder nicht." Anfangs hatten die Händler rings um den Platz Bedenken, dass ihre Lieferanten die Geschäfte nicht mehr erreichen. "Bisher ist alles glatt gegangen", freut sich Reinhard Henning.

Der Baustellenmanager hat seinen Rundgang beendet. Jetzt geht es in die Baubesprechung. In der Martinstraße 1, in unmittelbarer Nähe des Geschehens, steigt Henning die Treppe hoch. Ein großer Raum, ein Schreibtisch vor dem Eckfenster, ein Besprechungstisch in der Mitte. Vertreter der am Bau beteiligten Firmen warten schon. Der Ablauf der nächsten Bauphase wird abgestimmt. Jeder hat eine etwa einen dreiviertel Meter lange Liste vor sich. In mehr als hundert Positionen weist sie aus, was wann durch wen zu erledigen ist. Bis zum 16. Juli sollen diese Arbeiten geschafft sein. Der Zeitplan ist eng. Immer wieder diskutieren die Bauleute: Erst die ungebundene Tragschicht und dann die Bordsteine, oder doch besser umgekehrt? Reichen vier Tage für die Verlegung des neuen Gleises? Besser wäre ein Puffer von ein, zwei Tagen. Dann ein Zwischenruf von Reinhard Henning: "Wir müssen aber auch beide Fußgängerbrücken einplanen, eine reicht nicht." Also doch noch einmal ein paar Positionen zurück, noch einmal alle Möglichkeiten besprochen. Am Ende wird eine Lösung gefunden.

Zweieinhalb Stunden sitzen die Projektsteuerer zusammen. Dann stehen die Termine fest, die unbedingt einzuhalten sind. "Alles weitere klären die Firmen unter sich", sagt Henning. "Außerdem haben wir jeden Mittwoch unseren Jour fixe für Detailbesprechungen." Und für schnelle Entscheidungen ist der Baustellenmanager immer erreichbar. Dieses System mit Bauablaufplänen, Tageszielen und laufenden Absprachen funktioniert offenbar. "Am 6. August rollen Busse und Bahnen wieder über den Marienplatz", sagt Henning mit großer Sicherheit. "Und am 30. November wird alles fertig sein." Dann ist der Baustellenkoordinator schon wieder auf dem Sprung - runter auf den Platz.

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