Drama um totes Mädchen in Schwerin : Marie-Celine - war Unglück vermeidbar?

Blumen am Zippendorfer Strand: Maria Schwuchow und Nicole Käding (r.) trauern um die kleine Marie.
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Blumen am Zippendorfer Strand: Maria Schwuchow und Nicole Käding (r.) trauern um die kleine Marie.

Keine Rettungsschwimmer am Strand. OB Gramkow: Probleme nicht bekannt

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23. Juli 2015, 21:00 Uhr

Trauer und Entsetzen über den  Tod der vierjährigen Marie-Celine beherrschen die Landeshauptstadt. Das kleine Mädchen war am Mittwochnachmittag am Strand von Zippendorf verschwunden und etwa 30 Minuten später bewusstlos im Wasser gefunden und von Rettungsschwimmern geborgen worden. Marie-Celine verstarb am Abend im Klinikum. Die Leiche wurde gestern zur Obduktion freigegeben. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. „Dabei wird zu klären sein, ob die Aufsichtspflicht verletzt wurde und wer sie letztlich verletzt hat,“ sagte Behördensprecherin Claudia Lange.

Zeugen sprachen davon, dass Bekannte der Mutter das Kind zeitweise am Strand beaufsichtigt haben sollen.

Ebenfalls gestern wurden Vorwürfe laut, weil der Zippendorfer Strand an diesem Tag nicht bewacht wurde. Rettungsschwimmer kamen mit einem Boot von der zwei Kilometer entfernten Badeanstalt Kalkwerder, um das Kind aus dem Wasser zu holen. Grund: Bei der DRK-Wasserwacht herrscht Personalnotstand. Für Schwerin werden für einen Sommertag mindestens 12 Rettungsschwimmer benötigt. „Wir waren am Mittwoch aber nur zu zweit“, sagte Rettungsschwimmer Oliver Markwardt. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) dazu: „In dieser Dimension war mir das Problem nicht bekannt.“ Mehrfach hatte unsere Zeitung allerdings in der Vergangenheit über die tageweise Schließung von Kalkwerder wegen fehlender Rettungsschwimmer berichtet. Stadtvertreter fordern Aufklärung. „Wenn das Problem der Stadt bekannt war, hätte sie reagieren müssen“, sagte Daniel Meslien, SPD-Fraktionsvorsitzender. Gramkow verwies auf die Zuständigkeit des DRK, mit dem die Stadt seit 2009 einen Vertrag über die Bewachung von Badestellen hat. Für diese Aufgabe bezahlt die Stadt.

Die Anwesenheit von Rettungsschwimmern in Zippendorf hätte das Unglück vielleicht nicht verhindert, aber die Voraussetzungen für eine Rettung verbessert.

Das DRK kündigte an, ab Sonnabend mehr Rettungsschwimmer für Schwerin zur Verfügung zu stellen.

>> Einen ausführlichen Bericht über die Konsequenzen lesen Sie Freitag in der Printausgabe oder im epaper.
 

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