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Auswandern und Helfen : Maria hilft Frühchen in Tansania

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Kinderkrankenschwester kümmert sich in ostafrikanischer Millionenmetropole ein Jahr lang um Neugeborene

von
erstellt am 05.Sep.2014 | 15:30 Uhr

2,5 Millionen potenzielle Patienten, 100 Neugeborene pro Tag, fünf Babys in einem Bettchen – seit diesem Mittwoch ist die Welt von Maria Neugebauer afrikanisch. Ihr neues Zuhause liegt in der Millionenmetropole Daressalam in Tansania. „Erst einmal für ein Jahr“, sagt sie. Nach ihrem praktischen Examen im Sommer vergangenen Jahres hat die Ludwigslusterin auf der Neonatalogischen Intensivstation der Helios-Kliniken gearbeitet. Jetzt will sie mehr.

Ausgelernt, ungebunden und mit viel Neugier im Gepäck ließ die 24 Jahre alte Kinderkrankenschwester Mecklenburg hinter sich. Die Wohnung untervermietet, Familie und Freunde tränenreich verabschiedet, startet sie mutig nach Tansania. „Der Zeitunterschied beträgt nur eine Stunde, aber die Menschen ticken dort völlig anders als in Deutschland“, erzählt Maria.

In Schwerin kommen Frühchen auf der Neonatologischen Intensivstation in Inkubatoren, Brutkästen. „In Afrika stehen viele Geräte unbenutzt in der Ecke, weil sie kaputt sind oder sich niemand richtig damit auskennt“, berichtet Maria. Gelten in Europa strenge Hygienevorschriften, muss die deutsche Kinderkrankenschwester ihre Ausrüstung zum Teil selbst mitbringen. „Die tansanische Klinik hat zwar alles, muss aber sparen“, so die junge Auswanderin. Vorurteile? „Ich habe keine, aber in meinem Umfeld gibt es schon einige“, erzählt die junge Frau. Ihre gängige Antwort: In Tansania lernt sie als Kinderkrankenschwester völlig neu zu denken, auch wegen der weniger weit entwickelten medizinische Versorgung in Afrika.

Marias Antrieb: „Wenn nicht jetzt, wann dann.“ Ins Ausland wollte sie schon immer, jetzt hat sie die Chance kurzerhand ergriffen. Über „weltwaerts.de “ fand sie die Stellenausschreibung, bewarb sich am 3. Januar bei der Organisation „Arbeit und Leben Hamburg“, die ihren Aufenthalt finanziert. Bewerbungsgespräch, Mitte Februar kam die Zusage. Es folgten Vorbereitungsseminare, dann wurde es ernst.

Wie sich „Ausland“ anfühlt, weiß Maria. Als Aupair hatte sie als 18-Jährige schon sieben Monate im australischen Sydney gelebt. „Heimweh-anfällig bin ich eigentlich nicht“, sagt sie. Dazu erwarten sie zu viele aufregende neue Dinge – und deutsche Mitbewohner. „Die lerne ich dort erst kennen, aber es ist schon schön, auch ab und zu die eigene Sprache zu sprechen und zu hören.“ Und ein paar Brocken Swahili hat sie bei einem Internetsprachkurs bereits aufgeschnappt.

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