Integration : Malend in die neue Heimat

Julia Zakharova malt am liebsten mit Ölfarben.
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Julia Zakharova malt am liebsten mit Ölfarben.

Julia Zakharova ist in Wismar geboren, in Petersburg aufgewachsen und arbeitet jetzt in Schwerin

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11. November 2014, 10:00 Uhr

Die Wohnung von Julia Zakharova in der Feldstadt ist mit Bildern opulent, aber stilvoll dekoriert. Realistische Landschaftsmalerei, filigrane Beistiftzeichnungen, halbrealistische Stillleben und abstrakte Bilder sind an den Wänden zu finden. Weitere Arbeiten stehen in Ständern oder liegen in Schubladen. Denn ein richtiges Atelier hat Julia Zakharova nicht. Von Beruf ist sie Landschaftsarchitektin und arbeitet in einem entsprechenden Büro in Schwerin.

Doch die große Leidenschaft der 32-Jährigen ist die Malerei. Und sie hat nicht nur Talent und Spaß daran, sondern verfügt auch unübersehbar über profunde künstlerische Fähigkeiten. „Ich habe mehrere Jahre an einer Kunstschule in St. Petersburg Malen und Zeichnen gelernt“, erzählt die junge Schwerinerin. Doch dann zog die Familie wieder nach Deutschland und Julia Zakharova entschied sich für ein Studium der Landschaftsarchitektur. „Meine Eltern haben als Zivilangestellte bei der sowjetischen Garnison in Wismar bis zum Abzug der Truppen 1992 gearbeitet“, berichtet die gebürtige Wismaranerin. So sei die Affinität zu Deutschland fast selbstverständlich gewesen. 2001 siedelte die Familie dann endgültig über, seit drei Jahren lebt Julia Zakharova in Schwerin.

Und sie sei glücklich hier, betont sie – in perfektem Deutsch. So gelingt Integration. Auf ihre alte Heimat verweisen jedoch ein paar Ölgemälde, die sofort die russische Schule der klassischen Landschaftsmalerei erkennen lassen. „Das sind Orte, an die ich mich gern erinnere“, sagt Julia Zakharova.

Das zweite Drittel ihrer Arbeiten macht halbrealistische Malerei aus: Stillleben mit Teekannen und anderen Gefäßen beispielsweise. Das restliche Drittel ist abstrakte Kunst. „Malen ist für mich ein Prozess“, erklärt die Künstlerin dazu. „Ich frage mich, ob das, was wir sehen, die Realität ist, oder ob es nicht vielleicht noch eine andere zweite Ebene oder eine dritte gibt und stelle mir dann vor, wie dieses oder jenes dort aussehen könnte, welche Beziehungen Gegenstände zueinander einnehmen könnten und versuche dann, das bildlich festzuhalten, zu interpretieren oder ich lasse einfach meine Gefühle sprechen.“

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