Mahnende Worte gegen rechte Gewalt

Stilles Gedenken: Mit Blumen ehrten Schweriner die Opfer des Faschismus.
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Stilles Gedenken: Mit Blumen ehrten Schweriner die Opfer des Faschismus.

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09. Mai 2013, 08:13 Uhr

Schwerin | Der Schriftsteller Leonhard Frank (1882-1961), nach dem in der Landeshauptstadt immerhin eine Straße benannt wurde, ist heute nahezu vergessen. Dabei feierte er in der Weimarer Republik beachtliche Erfolge. 1933 fielen Franks Werke der natio nalso zialistischen Bücher verbrennung zum Opfer. Schwerins Gleichstellungs be auftragte Petra Willert erinnerte am Mittwoc h anlässlich der ersten Brandexzesse vor 80 Jahren an den Literaten. Auf dem Markt trug sie Passagen aus Franks Roman "Das Ochsenfurter Män ner quartett" vor. Das Andenken von Leonhard Frank zu pflegen und gleichzeitig ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen, sei ihr ein Bedürfnis, so Willert.

Unter dem Motto "Bücher aus den Flammen" lasen unter anderem auch Oberbürgermeisterin An gelika Gramkow, Schwerins Integrationsbe auf trag ter Dimitri Avramenko und die Vorsitzende des Vereins "Die Platte lebt", Hanne Luhdo, aus Werken, die von den Nationalsozialisten ins Feuer geworfen worden waren. Das Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin hatte zur öffentlichen Mahnung am Tag der Befreiung von der NS-Herrschaft eingeladen.

An das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnerten Schweriner am Mittwoch auch in einer Feierstunde auf dem Friedhof am Platz für die Opfer des Faschism us. Sie legten Blumengebinde am Ehrenmal nieder. Zu den Rednern gehört e der Vorsitzende der Links fraktion im Landtag, Helmut Holter. "Es ist nach wie vor wichtig, der Mensche n zu gedenken, die ihr Leben für die Befreiung der Völker vom Faschismus gelassen haben", betonte er.

Als einziges Bundesland begeht Mecklenburg-Vorpommern den 8. Mai als offiziellen Gedenktag. Auch 68 Jahre nach dem Ende des Krieges sei es richtig , die Erinnerung an diese Zeit wachzu halten, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering, der wie weitere Poli tiker einen Kranz am Mahnmal "Die Mutte r" in Raben Steinfeld nieder legte. Die Skulptur erinnert an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen aus Sachsenhausen und Ravensbrück. "Wir müssen heute überall in Deutschland rechts extremem Gedankengut und rechtsextremer Gewalt konsequent ent gegen treten", forderte Sellering. Für die Lan des haupt stadt nahm Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Frieder sdorff an dem Gedenken teil.

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