Plage : Mäuse setzen Obstbäumen zu

Eine Schermaus bekommt man selten zu Gesicht.  Fotos: Archiv
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Eine Schermaus bekommt man selten zu Gesicht. Fotos: Archiv

Obstbau-Chef Walter Strube beklagt starke Präsenz der kleinen Nager, die auf den Plantagen Baumwurzeln fressen

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18. Januar 2016, 22:00 Uhr

Auf den Plantagen des Obstbaus Stralendorf machen sich Schermäuse breit. Und nicht nur dort. „Man findet sie im ganzen Land, sie sind mittlerweile zu einer großen Plage geworden – auch bei uns“, sagt Obstbauchef Walter Strube. Die kleinen Nager richten bei Obstbäumen, egal ob es sich um Apfel-, Kirsch-, Birnen- oder Pflaumenbäume handelt, massiven Schaden an. Denn sie knabbern nicht nur die Wurzeln an, sie fressen sie meistens komplett auf“, erklärt der Fachmann. „Die Mäuse nehmen sowohl die kleinen fasrigen Saugwurzeln als auch die stärkeren Wurzeln, so dass der Baum nur noch unzureichend oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird.“ Die Folge: Der Baum kränkelt, kann sogar zugrunde gehen. Auf alle Fälle bringt er weniger Ertrag, und die Qualität der Früchte leidet, erklärt Strube. Zu sehen seien die Baumschäden auf Anhieb nicht. Nur bei genauerem Hinschauen entdecke man diese. Denn im Umkreis des Baumes ist die Fläche weich und luftig, tritt man darauf, gibt der Boden relativ schnell nach. Das ist das Zeichen, dass die Schermaus hier zu Gange war.

Dem Nager, der an eine plumpe und dicke Feldmaus erinnert und somit größer als eine gewöhnliche Maus, aber kleiner als eine Ratte ist, sei aber schlecht beizukommen. „Mäuseköder wie Giftweizen dürfen wir nicht breitflächig ausstreuen, weil sich sonst Vögel, auch Greifvögel, und sogar der Fuchs daran vergreifen und Schaden nehmen könnten.“ Daher sei eine zielgerichtete Bekämpfung der Schermäuse sehr mühsam. Eine so genannte Legeflinte kann helfen. Mit diesem einfachen Gerät, werden Giftkörner direkt in die Laufgänge der Nager platziert. Dieses Verfahren sei sehr zeitaufwändig. Der Obstbau hat es im vorigen Herbst damit versucht, denn einen Großteil der Bäume haben die kleinen Nager „befallen“. Strube: „Die Schutzmaßnahme ist sehr aufwändig, man muss mit der Legeflinte quasi von Baum zu Baum laufen. Der Erfolg ist mäßig.“

Die Stralendorfer nutzen noch eine andere Möglichkeit. Sie setzen seit vielen Jahren auf die Hilfe der Greifvögel und haben in den Plantagen Sitzkrücken errichtet, auf denen sich die Greifvögel niederlassen können. Von dort oben haben sie einen guten Überblick und können so auf Mäusejagd gehen. Aber auch der Fuchs kann bei der Eindämmung der Mäuse ein willkommener Helfer sein. „Als unlängst Schnee lag, haben wir Fuchsspuren unter den Obstbäumen entdecken können. Wenn der Fuchs Witterung aufnimmt, kratzt er die Erde auf und holt die Maus raus.“

All diese genannten Maßnahme seien zwar sehr nützlich, aber für große Fläche wie Plantagen nur bedingt hilfreich, betont der Obstbau-Chef. Er hatte im Frühjahr des Vorjahres einen Antrag gestellt, um die Plantagen großflächig mit Giftködern auszulegen. Das sei von Naturschutzbehörden nicht genehmigt worden.

Das Problem mit den Schermäusen kennen nicht nur die Obstbauern mit größeren Flächen. Auch in den Kleingärten haben sie sich mittlerweile unbeliebt gemacht.

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