Schwerin : Männer bleiben Mangelware in Kitas

Unterrichtsstart  an der beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen: 75 Schüler beginnen eine Ausbildung als Sozialassistent, 64 die weiterführende Stufe zum Erzieher bzw. Heilerziehungspfleger. Darunter befinden sich nur sechs Männer. Klawitter (4)
Unterrichtsstart an der beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen: 75 Schüler beginnen eine Ausbildung als Sozialassistent, 64 die weiterführende Stufe zum Erzieher bzw. Heilerziehungspfleger. Darunter befinden sich nur sechs Männer. Klawitter (4)

In keiner Branche sind männliche Fachleute so gefragt wie im Erzieher-Beruf. Doch beim Unterrichtsbeginn an der beruflichen Schule Gesundheit und Sozialwesen in Schwerin sind nur sechs angehende Erzieher dabei.

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05. September 2012, 07:42 Uhr

Schwerin | Fachkräfte sind überall begehrt, doch in keiner Branche sind männliche Fachleute so gefragt wie im Erzieher-Beruf. Und das gilt insbesondere für Mecklenburg-Vorpommern. Denn in keinem anderen Bundesland arbeiten prozentual weniger Männer als Erzieher als hier: Unter 2,5 Prozent weist die bundesweite Statistik für MV aus. Schwerin macht da keine Ausnahme. In der städtischen Kita-gGmbH, dem größten Arbeitgeber dieser Branche in der Landeshauptstadt, sind nur acht männliche Erzieher beschäftigt - von insgesamt 270 Fachangestellten. In Hamburg, Berlin oder Frankfurt dagegen machen die Männer mehr als zehn Prozent in den Kindertagesstätten aus.

In Schwerin wird sich an dieser Situation so schnell auch nichts ändern. Das jedenfalls zeichnet sich bei Unterrichtsbeginn an der Beruflichen Schule der Landeshauptstadt für Gesundheit und Sozialwesen ab. Unter den 50 Schülern der zwei Klassen, die in Teil zwei der Verbundausbildung gestartet sind, um in zwei Jahren ihren Abschluss als staatlich anerkannter Erzieher abzulegen, sind nur sechs junge Männer.

Einer von ihnen ist Tim Nadollek. "Ich habe mein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Kita Kirschblüte absolviert. Das hat mir sehr gut gefallen. Da bin ich auf die Idee gekommen, Erzieher zu meinem künftigen Beruf zu machen", erzählt der junge Mann über seine Beweggründe. Die Arbeit mit den Kindern sei anspruchsvoll und mache zugleich Spaß.

Die Grundlagen für den Beruf hat Tim Nadollek bereits gelegt: Den ersten Teil der insgesamt vierjährigen Verbundausbildung, die Qualifikation zum So zial assistenten, hat er nach zwei Jahren Unterricht an der Beruflichen Schule der Landeshauptstadt bereits in der Tasche. Nun folgen zwei Jahre Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher. Darin enthalten sind jeweils zwei sechswöchige Praktika in Kitas. "Wir legen sehr viel Wert auf Praxisnähe", sagt Andrea Meisel, Abteilungsleiterin für den Bereich Sozialwesen in der Berufsschule. Das werde auch durch freie Unterrichtsformen geschult, bei denen die Schüler selbst aktiv werden müssen.

Die Nachfrage nach Ausbildung in den Berufen der Gesundheitsbranche und im Sozialwesen ist insgesamt gesehen weiter sehr hoch, stellt Silke Deichmann, stellvertretende Leiterin der Beruflichen Schule der Landeshauptstadt für diese Bereiche, fest. Ins erste Ausbildungsjahr Sozialassistenz sind jetzt drei Klassen mit insgesamt 75 jungen Leuten gestartet. Sie legen damit den Grundstein für die zweite Stufe der Verbundausbildung, die Qualifikation zum staatlich anerkannten Erzieher bzw. Heilerziehungspfleger. Diese zweite Etappe haben in der Ziolkowskistraße insgesamt 64 Berufsschüler in Angriff genommen - eben die 50 angehende Erzieher sowie 16 Heilerziehungspfleger. Zudem wollen 20 junge Leute in der Fachoberschule Sozialwesen einen weiterführenden Schulabschluss machen.

Schulleiterin Cornelia Wossidlo begrüßte zudem 200 Schüler an der Beruflichen Schule der Landeshauptstadt, die eine dreijährige Vollzeitausbildung in acht verschiedenen Gesundheitsberufen begonnen haben: 30 medizinische Fachangestellte, 25 zahnmedizinische Fachangestellte, 47 Gesundheits- und Krankenpfleger, 13 Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, 21 Physiotherapeuten, 22 medizinisch-technische Radiol ogieassistenten, 14 medizinisch-technische Laborassistenten und 28 pharmazeitisch-technische Assistenten.

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